Haider übernimmt am Freitag wieder Parteivorsitz in Kärnten

25. November 2005, 20:11
2 Postings

Landesparteitag der "Freiheitlichen in Kärnten" unter dem Motto "Seine Kraft ist unsere Stärke"

Klagenfurt - Landeshauptmann Jörg Haider wird nach sieben Jahren offiziell wieder Chef der Kärntner Freiheitlichen, diesmal allerdings nur jener unter dem Dach des BZÖ. Er übernimmt auf einem Ordentlichen Parteitag am Freitag in Feldkirchen die Agenden von Martin Strutz, der die Partei seit Oktober 2001 geführt hatte.

Haider hatte den Parteivorsitz im Jahre 1998 völlig überraschend an den damaligen Zweiten und heute Ersten Landtagspräsidenten Jörg Freunschlag abgetreten. Damit solle die Schlagkraft der Partei erhöht und Haider von der organisatorischen Arbeit entbunden werden, lautete damals die Begründung. Jetzt will Haider offensichtlich ein deutliches Signal setzen, dass er, ebenso wie in der Bundespartei, auch auf Landesebene offiziell den Ton angibt.

Eigenständiger Verein

Während Haider aber auf Bundesebene als BZÖ-Chef fungiert, übernimmt er in seinem Bundesland den Vorsitz über den eigenständigen Verein "Die Freiheitlichen in Kärnten". Das Bündnis Zukunft Österreichs wird lediglich als eine "Dachorganisation" bezeichnet. So scheint auch in der Einladung für den Parteitag auch kein einziges Mal die Bezeichnung "BZÖ" auf.

Der mit einem Platzkonzert auf dem Feldkirchener Hauptplatz beginnende Parteitag steht unter dem Motto "Seine Kraft ist unsere Stärke - Der Heimat im Wort". Neben den Wahlen des neuen Parteichefs, seiner Stellvertreter sowie der Mitglieder von Landesparteivorstand und Landesparteileitung gibt es Reden des scheidenden Parteiobmannes Strutz und von Klubchef Kurt Scheuch sowie als Höhepunkt eine Ansprache Haiders.

Die Delegierten des Parteitages sollen vor allem auf die Nationalratswahl im kommenden Jahr eingestimmt werden. Immerhin war schon vor einiger Zeit die Parole ausgegeben worden, dass das BZÖ "von Kärnten aus zum Erfolg geführt" werden müsse. Ziel ist es, in einem Wahlkreis ein Grundmandat zu erreichen, mit dem der Einzug in das Parlament sichergestellt würde.

Innerparteiliche Demontage Canoris

Auf dem Landesparteitag der Kärntner BZÖ-Freiheitlichen am Freitag in Feldkirchen werden neben der Übernahme des Parteivorsitzes durch Jörg Haider eine Reihe wesentlicher Personalentscheidungen fallen. So wird Mario Canori, dem die Klagenfurter ÖVP nach dem Bruch der langjährigen Koalition mit den Freiheitlichen das Vizebürgermeisteramt entzogen hatte, jetzt auch seinen Sitz im Landesparteivorstand verlieren.

In den vergangenen Wochen hatte es nach dem Auseinanderbrechen der Rathauskoalition hinter den Kulissen ein Tauziehen um die Nummer eins der Freiheitlichen in Klagenfurt, vor allem im Hinblick auf den Spitzenkandidaten für die nächste Gemeinderatswahl, gegeben. Hier dürfte sich - zumindest vorerst - Bezirksparteichef und Stadtrat Christian Scheider gegenüber Canori durchgesetzt haben. Das Landesparteipräsidium beschloss nämlich am Montag, dass neben dem bei der FPÖ verbliebenen Landtagsabgeordneten Franz Schwager auch Canori aus dem Parteivorstand ausscheiden solle.

Im Parteivorstand der Kärntner BZÖ-Freiheitlichen waren bisher die Regierungsmitglieder, die Bezirksparteichefs, der Klubchef und der Landtagspräsident vertreten. Künftig wird es vier zusätzliche Mitglieder geben. Das Präsidium nominierte dafür den Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer, Albert Gunzer, die Abgeordnete Helga Knicek sowie die Bürgermeister von Steindorf und Afritz, Marialuise Mittermüller und Max Linder.

Als designierte Stellvertreter des Parteichefs Haider werden sich auf dem Parteitag der bisherige Landesparteiobmann Martin Strutz, Generalsekretär Kurt Scheuch sowie die Abgeordneten Wilma Warmuth und Christian Ragger den Delegierten zur Wahl stellen.

Strutz dementiert Canori-Abgang

Völlig überraschend hat am Montag der Kärntner BZÖ-Chef Martin Strutz das bevorstehende Ausscheiden des Klagenfurter Stadtrates Mario Canori aus dem freiheitlichen Landesparteivorstand dementiert. Zuvor hatte es noch geheißen, das Parteipräsidium hätte entschieden, dass Canori für den kommenden Landesparteitag nicht mehr designiertes Vorstandsmitglied sein werde.

Am frühen Abend sah die Sache aber anders aus. Strutz erklärte im Gespräch mit der APA, dass Canori, bis vor kurzem Klagenfurter Vizebürgermeister, weiter dem Landesparteivorstand angehören solle. Die Frage, warum noch am Vormittag nach der Präsidiumssitzung anderes verlautet war, wurde vom Noch-Parteiobmann nicht beantwortet. "Ich sage nur, dass Canori im Vorstand bleiben soll", meinte Strutz. (APA)

Share if you care.