Für Anwälte Klage gegen Republik am aussichtsreichsten

29. November 2005, 13:58
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Im Konkursverfahren nur wenig zu holen - Versicherungsmakler sehen eine Amtshaftung der Republik wegen FMA und EU-Richtlinie

Wien - Der österreichische Versicherungsmarklerrring (ÖVM), der 360 Makler vertritt, wird in der AMIS-Affäre tätig und hat die Voarlberger Anwaltskanzlei Vogl mit rechtlichen Schritten zu Gunsten geprellter Anleger betraut. Die Kanzlei, die nach eigenen Angaben zwischen 350 und 450 Anleger vertritt, hat am Montag in Wien eine Informationsveranstaltung für Geschädigte abgehalten.

"Im Konkursverfahren wird eher nichts zu holen sein, eine begründete Aussicht auf Erfolg besteht aber gegenüber der Republik Österreich", meint der Anwalt Hans-Jörg Vogl.

Der Staat haftet für die Finanzmarktaufsicht (FMA), der die Anlegervertreter vorwerfen, ihre Überwachungspflichten "gröblich verletzt" zu haben. Die FMA hätte die AMIS durchleuchten müssen - spätestens nach dem die luxemburgische Aufsichsbehörde im März 2004 den Handel mit AMIS-Produkten suspendiert hatte. Darüber hinaus habe Österreich eine EU-Richtlinie unzureichend umgesetzt, was sich heute in einem kaum vorhandenen Entschädigungssystem niederschlage.

Geld liegt in Lichtenstein

Zwar dürfte derzeit der Großteil der verschwundenen Gelder noch in Lichtensteiner Stiftungen oder AGs liegen, es sei aber fraglich, wie viel davon wiedererlangt werden könne. Darüber hinaus könnten Schritte gegen die Depotbank Sella und gegen die AMIS-Wirtschaftsprüfer überlegt werden.

Die Versicherungsmakler, die AMIS-Produkte an Anleger vermittelt haben, hält die Kanzlei naturgemäß nicht für haftbar. Nach dem Gesetz dürften die Makler in Wertpapiergeschäften vermitteln - sie hafteten den Anlegern aber nicht aus den vermittelten Verträgen, hieß es. Sein Mandat schließe jedenfalls ein Vorgehen gegen die Makler aus, sagte Vogl. (APA)

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