Neue "Sexarznei" im Anmarsch

21. November 2005, 11:49
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In den USA wird derzeit ein Wirkstoff erprobt, der bei Frauen durch Aktivierung gewisser Gehirnpartien sexuelle Erregungszustände auslösen soll

Washington - Wenige Jahre nach der Markteinführung von Viagra steht die USA-Pharmaindustrie nun kurz vor der Eröffnung eines weiteren lukrativen Geschäftsfeldes: Einem Mittel gegen die Impotenz von Frau und Mann. Die US-Zulassungsbehörde FDA habe mit der letzten Phase der Erprobung des Wirkstoffs PT-141 begonnen, der im Gegensatz zu Viagra auch Frauen mit Lustlosigkeit und Orgasmusschwierigkeiten zu neuem Schwung im Bett verhilft, berichtet das Magazin "New York" in seiner neuen Ausgabe.

"Prickeln und Pochen"

Wie das Magazin berichtet, reagierten Versuchspatientinnen nach Einnahme des Mittels begeistert. PT-141 löse schon nach wenigen Minuten ein "Prickeln und Pochen" aus und ein "starkes Verlangen nach Sex", zitierte das Blatt die Patientinnen.

In Tierversuchen machten sich weibliche Ratten nach der Einnahme sofort auf die fieberhafte Suche nach einem paarungswilligen Männchen. Auch auf Männer wirke PT-141 stimulierend.

Gehirnaktivierung

Bei PT-141 handelt es sich nach Angaben des Herstellers Palatin Technologies um die Kopie eines körpereigenen Hormons, das im Gehirn jenen Bereich aktiviert, der für die sexuelle Erregung verantwortlich ist. Hier liegt der große Unterschied zu der Männer-Arznei Viagra: Diese verhilft nur Männern, die bereits sexuell erregt sind, durch eine Verbesserung der Blutzufuhr zu einer dauerhaften Errektion. Ist der Mann nicht sexuell erregt, wirkt es nicht.

Verkauf in drei Jahren

PT-141 hingegen bewirkt einen sexuellen Erregungszustand: "Es hat also wohl eine Wirkung darauf, wie wir denken und fühlen", sagte der New Yorker Sexualmediziner Michael Perelman dem Magazin. Der Hersteller rechnet damit, dass das Mittel in drei Jahren verkauft werden kann. (APA/AFP)

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