Einbürgerungen auch 2005 deutlich gesunken

6. Dezember 2005, 16:28
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Schon seit zweitem Quartal 2004 be­obacht­barer Rückgang setzt sich weiter fort: Minus 14,7 Prozent bis September - Mit Infografik

Wien - Die Zahl der Einbürgerungen ist im heurigen Jahr bisher deutlich gesunken. Von Jänner bis September erhielten 26.556 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft, was einem Rückgang um 14,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Diese Zahlen gab die Statistik Austria am Montag bekannt.

Der schon seit dem 2. Quartal 2004 beobachtbare Rückgang setzte sich damit auch im Jahresverlauf 2005 weiter fort. Hochgerechnet wird sich die Einbürgerungszahl des Jahres 2005 damit ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2002 (36.011) bewegen und damit deutlich unter den Ergebnissen der Vorjahre bleiben (2003: 44.694 bzw. 2004: 42.174 Einbürgerungen). In den Jahren vor 2002 wurde noch deutlich weniger oft die Staatsbürgerschaft verliehen. 2001 waren es 31.731 Einbürgerungen, in den Jahren 1995 bis 2000 zwischen 14.000 und 24.000.

Größtes Minus in Tirol

Heuer wurden in allen Bundesländern mit Ausnahme der Steiermark Rückgänge bei den Einbürgerungen verzeichnet. Das größte Minus verzeichnete Tirol mit 26,1 Prozent, gefolgt von Salzburg (22,2 Prozent), Wien (19,8 Prozent), Oberösterreich (17,5 Prozent) und Vorarlberg (16,4 Prozent). Geringere Abnahmen waren in Niederösterreich (11,4 Prozent), in Kärnten (10,5 Prozent) und im Burgenland (3,0 Prozent) zu beobachten. Nur in der Steiermark wurden im Jahresverlauf 2005 mit 2.923 um 561 oder 23,8 Prozent mehr Einbürgerungsbescheide ausgestellt.

Nach dem Einbürgerungsgrund gab es im Jahresverlauf 2005 bei den Ermessenseinbürgerungen wegen eines mindestens zehnjährigen Wohnsitzes in Österreich einen Rückgang um 22,0 Prozent. Insgesamt 8.124 Personen bekamen aus diesem Grund die österreichische Staatsbürgerschaft. Nach mindestens vier- bzw. sechsjährigem Wohnsitz aus besonders berücksichtigungswürdigem Grund erhielten 1.104 Personen, sowie 31 Personen aus anderen Ermessensgründen die Staatsbürgerschaft.

Auf Grund eines Anspruches wurden 5.122 Personen (plus 4,6 Prozent) eingebürgert, mehr als die Hälfte davon auf Grund der Ehe mit einem Österreicher oder einer Österreicherin. Unter dem Titel "Erstreckung der Verleihung" wurden 12.175 Ehegatten und Kinder österreichische Staatsbürger.

Türkei absoluter Spitzenreiter

Unter den insgesamt 129 Herkunftsländern war laut Statistik Austria erneut die Türkei mit 7.585 Eingebürgerten absoluter Spitzenreiter. Aus Bosnien-Herzegowina kamen 5.235, aus Serbien und Montenegro 4.883 und aus Kroatien 1.756 neue österreichische Staatsbürger.

Für das Jahr 2006 wurde zuletzt eine Verschärfung des Staatsbürgerschaftsrechts beschlossen. Die Ausnahmen für eine vorzeitige Einbürgerung werden vereinheitlicht. So müssen künftig anerkannte Flüchtlinge, Ehepartner und EU- bzw. EWR-Bürger mindestens sechs Jahre auf den Pass warten, bisher waren es zwischen null und fünf. Weitere Voraussetzung für die Einbürgerung wird das Absolvieren eines Deutsch- und eines Landeskundetests sein. Zusätzlich darf keine Freiheitsstrafe nach einer vorsätzlichen Straftat vorliegen. (APA)

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