Gerangel um Chefsessel im Arbeitsmarktservice beginnt

29. November 2005, 12:47
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Am Dienstag endet beim Arbeitsmarktservice österreichweit die Bewerbungsfrist für insgesamt zwanzig Spitzenpositionen

Wien - Der 22. November ist die Deadline für jene Bewerber, die sich um die österreichweit 20 Top-Positionen des Arbeitsmarktservice (AMS) anstellen. Sowohl Bundes- als auch Landesgeschäftsleitung werden ab Mitte 2006 neu bestückt.

Unter den "bis zu 60 erwarteten Bewerbungen", so ein Insider, werden faktisch auch alle derzeitigen Spitzenmanager um die Verlängerung ihrer Jobs ansuchen. Einzige Ausnahme: der Vorarlberger AMS-Geschäftsführer Werner Schelling, der seine Funktion mit Jänner 2006 zurücklegt, um als Konsulent für internationale AMS-Projekte tätig zu sein.

Gibt der AMS-Verwaltungsrat grünes Licht für die Verlängerung der übrigen 19 AMS-Topmanager (darunter auch für das AMS-Österreich-Chefduo Herbert Buchinger und Herbert Böhm), werden 15 Männer und fünf Frauen wiederbestellt - ein Verhältnis, das die Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer gar nicht goutiert.

Bartenstein soll "Signale setzen"

Sie fordert Martin Bartenstein, den für das AMS zuständigen Arbeitsminister, auf, "endlich Signale zu setzen, damit sich mehr Frauen um diese Topjobs bewerben." Prammer erwartet sich von einer höheren Frauenquote auf der Leitungsebene "eine stärkere Durchdringung der AMS-Arbeit mit Frauen-Themen." Auf Nachfrage führt sie dazu etwa das Programm "Frauen in Technikberufe" an, das in der Steiermark - wo es eine stellvertretende AMS-Leiterin gibt - von dieser zum Generalthema gemacht werden konnte.

Die künftige AMS-Spitze wird sich jedenfalls weiter mit einer Reihe von Problemen befassen müssen. Das größte davon: 290.000 Arbeitssuchende. Daneben muss das AMS auch immer wieder heftige Kritik an seiner Arbeit einstecken. Die Arbeitslosenstatistik werde durch sinnlose Kursmaßnahmen geschönt, ist nur einer der Vorwürfe. Ein Beispiel: Einer ausgebildeten Französisch-Dolmetscherin wurde ein Französischkurs verordnet.

Und auch die Betriebe geben dem AMS zum Teil schlechte Noten. Bei einer Mitte Oktober durchgeführten Fessel-GfK-Umfrage kritisierten 17 Prozent der befragten Firmen die Tätigkeit der Arbeitsvermittler als "nicht kooperativ". (Monika Bachhofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.11.2005)

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  • Österreichs oberste Arbeitsvermittler, Herbert Böhm (li.) und Herbert Buchinger, wollen das Heft beim AMS auch in Zukunft in der Hand behalten.
    foto: der standard/andy urban

    Österreichs oberste Arbeitsvermittler, Herbert Böhm (li.) und Herbert Buchinger, wollen das Heft beim AMS auch in Zukunft in der Hand behalten.

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