Palfinger drängt in die Weltliga

29. November 2005, 12:44
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Bis 2007 wollen die Salz­burger am Weltmarkt zu den größten Anbietern von Ladebordwänden zählen - Die Entwick­lungs­abteilung dafür soll in Großbritannien konzentriert werden

Die Palfinger-Gruppe aus Salzburg/Bergheim, Weltmarktführer bei Lkw-Knickarmkränen, peilt nun auch im Bereich der Ladebordwände eine Spitzenstellung auf dem Weltmarkt an. Ziel sei es, bis spätestens 2007 unter die Top drei zu kommen, sagte Palfinger-Chef Wolfgang Anzengruber bei einem Besuch der Firma Ratcliff in London.

Palfinger hat Ratcliff heuer im Sommer übernommen. Das Unternehmen ist mit 30 Prozent Marktführer bei Ladebordwänden in Großbritannien, beschäftigt 230 Mitarbeiter und setzt rund 30 Mio. Euro um. Ratcliff soll künftig auch die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben für die Aktivitäten von Palfinger im Bereich der Ladebordwände auf dem europäischen Kontinent übernehmen.

Design soll konzentriert werden

Auch das Zentrum für Design soll dort konzentriert werden. Im Zuge dessen wird die entsprechende Abteilung in Österreich zugesperrt. Die davon betroffenen Mitarbeiter bekommen andere Aufgaben.

Umgekehrt überlegt Palfinger, die im slowenischen Marburg gefertigten Ladebordwände für den europäischen Markt künftig in Lengau (Oberösterreich) zusammenzubauen. Das würde eine Millioneninvestition bedeuten und auch einige zusätzliche Arbeitsplätze in der Region bringen, wie Anzengruber dem STANDARD sagte.

Derzeit erfolgt die Entwicklung, Produktion und Assemblierung der für den kontinentaleuropäischen Markt bestimmten Ladebordwände Großteils in Marburg. Mit der Forcierung der Hebesysteme will sich die Palfinger Gruppe, die im Kerngeschäft Kräne stark von der Baukonjunktur abhängig ist, von diesen nicht beeinflussbaren Nachfrageschwankungen etwas freispielen.

"Ähnliche Technologie und ähnliche Komponenten"

"Wir haben uns für die Ladebordwand entschieden, weil wir es hier mit einer ähnlichen Technologie und ähnlichen Komponenten wie bei den Kränen zu tun haben", sagte Anzengruber. "Die Kunden aber kommen aus einer gänzlich anderen Branche - dem Lebensmittelhandel."

Durch den anhaltenden Trend zur Stadt und die Ausbreitung der Ballungsräume werde auch der Bedarf an Auslieferungsfahrzeugen mit entsprechenden Hebebühnen zum Aufladen der Ware zunehmen. Anzengruber: "Gegessen wird immer." Den Weltmarkt für Ladebordwände bezifferte er mit rund 200.000 Stück im Jahr, was einem Umsatz von etwa einer halben Milliarde Euro entspreche. 37 Prozent davon entfalle auf Europa. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.11.2005)

Günther Strobl aus London

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Palfinger
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    Bei Kränen hat sich die Palfinger-Gruppe bereits an die Weltmarktspitze gehievt.

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