Pischetsrieder: Hartz über Abrechnungssystem frühzeitig informiert

29. November 2005, 12:50
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VW-Vorstand bekräftigt Schadenersatzansprüche

München - Der ehemalige VW-Personalchef Peter Hartz war nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder frühzeitig über das geheime Abrechnungssystem für Betriebsräte informiert. Das sagte Pischetsrieder dem Nachrichtenmagazin "Focus". Demnach hatte Hartz Anfang 2004 seinen Mitarbeiter Klaus-Joachim Gebauer angewiesen, Ausgaben für Betriebsräte nicht mehr durch Belege ohne Verwendungszweck abzurechnen. "Aber auch das erfolgte dann ohne mein Wissen", erklärte Pischetsrieder dem Magazin. "Wir haben herausgefunden, dass seitdem die Ausgaben um 85 Prozent gesunken sind", fügter er hinzu.

Nach Darstellung des VW-Chefs wurden die Begünstigungen für Betriebsräte bereits vor der Amtszeit von Hartz eingeführt. "as Abrechnungssystem bestand offenbar schon sehr lange", sagte Pischetsrieder. Als Konsequenz aus der Affäre habe er mit dem Betriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh folgende Regelung für Betriebsratsspesen vereinbart: "Der Betriebsrat dokumentiert sämtliche Ausgaben, damit die Revision die Kosten dann später überprüfen kann." Pischetsrieder kündigte in dem Interview im Zusammenhang mit "unrechtmäßige(n) Ausgaben erneut Schadenersatzansprüche gegen die Beteiligten an, auch gegen Hartz. (APA)

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