Monarchie verliert an Rückhalt

27. November 2005, 17:08
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Umfrage: 23,5 Prozent gegen die Monarchie - Juan Carlos seit 30 Jahren König

Madrid - 30 Jahre nach der Krönung von Juan Carlos zum König von Spanien hat die Monarchie leicht an Sympathien in der Bevölkerung verloren. Nach einer Meinungsumfrage der Zeitung "El Mundo" hat zwar die große Mehrheit der Spanier nach wie vor ein gutes Bild von ihrem Monarchen, aber die Gegner der Monarchie erhalten vor allem bei den junge Leuten deutlich Zulauf. Wie das Blatt am Sonntag berichtete, haben 77,5 Prozent der Spanier einen guten oder sehr guten Eindruck von Juan Carlos. Vor fünf Jahren waren es noch 85,9 Prozent gewesen.

Pro Republik

Allerdings ist fast jeder vierter Spanier der Umfrage zufolge gegen die Monarchie. 23,5 Prozent der Befragten bezeichneten sich als Republikaner. 38,1 Prozent stuften sich als Monarchisten ein, 38,4 Prozent wollten sich nicht festlegen. Unter den jungen Leuten von 18 bis 29 Jahren sind mehr Spanier für die Republik als für die Monarchie. Juan Carlos war am 22. November 1975 zum König gekrönt worden. Zwei Tage zuvor war der Diktator Francisco Franco (1939-1975) nach wochenlangem Todeskampf gestorben.

Am Grab Francos in der Gedenkstätte Valle de los Caidos (Tal der Gefallenen) nordwestlich von Madrid nahmen am Samstag rund 6.000 Anhänger des "Caudillo" an einem Gottesdienst für den Diktator teil. Darunter waren nach Angaben der Zeitung "El Pais" Carmen Franco, die einzige Tochter des "Generalisimo", und der Ex-Oberstleutnant Antonio Tejero, der 1981 am gescheiterten Militärputsch gegen die demokratische Regierung beteiligt gewesen war. Im Zentrum von Madrid kamen mehr als 1.000 Rechtsradikale zu einer Kundgebung zusammen, zu der die franquistische Partei Falange aufgerufen hatte. (APA/dpa)

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