China: Festnahmen nach Bushs Kirchgang

22. November 2005, 19:35
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Laut Augenzeugen wurden mindestens 30 Besucher des Gottesdienstes verhaftet

Peking - Nach dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in einer christlichen Kirche in Peking hat die chinesische Polizei nach einem Augenzeugenbericht mindestens 30 Besucher des Gottesdienstes festgenommen. Die Betroffenen hätten Bush ansprechen wollen, seien aber erst nach ihm in der Kirche eingetroffen, sagte am Sonntag der 48-jährige Busfahrer Tian Baocheng, der nach eigenen Angaben ebenfalls festgenommen wurde. Ein Polizeisprecher des Bezirks sagte auf Anfrage, es habe keine Festnahmen gegeben, er werde die Sache aber prüfen.

"Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich dem US-Präsidenten gesagt, dass dies ein Land ohne Menschenrechte und ohne Demokratie ist", sagte Tian. Er sei zusammen mit anderen in die Gangwashi-Kirche im Süden von Peking gekommen, um mit Bush zu reden. Als sie eingetroffen seien, habe der Präsident das Gebäude aber bereits verlassen. Sie seien verhaftet worden, als sie wieder aus der Kirche herausgekommen seien. "Jetzt halten sie uns ohne Rechtsgrundlage fest", sagte Tian über Mobiltelefon. Er sei bereits vier Mal in Peking gewesen, um sich wegen der Zerstörung seines Hauses in Schanghai zu beschweren. Das Haus habe einem Neubauprojekt weichen müssen. (APA/AP)

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