Sharon bereitet Ausstieg aus Likud-Block vor

21. November 2005, 08:50
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Toter bei Streit um Land im Gazastreifen

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon bereitet offenbar den Rückzug aus dem Likud-Block und die Gründung einer neuen Partei vor. Die engsten Berater Sharons hätten die technischen Vorbereitungen für die Anmeldung einer neuen Partei abgeschlossen, hieß es am Wochenende in einem Bericht des israelischen Militärradios.

"Alle Zeichen deuten darauf hin, dass er (den Likud) verlassen wird", sagte der Politikexperte Hanan Crystal am Samstag. Dem Bericht zufolge könnte Sharon seine Entscheidung am (morgigen) Montag bekannt geben, wenn sich die Likud-Abgeordneten zu ihrer wöchentlichen Sitzung treffen.

Laut Umfragen Chancen

Laut Umfragen könnte eine neue Partei der Mitte mit mehreren populären Politikern bei einer vorgezogenen Neuwahl im März eine Mehrheit gewinnen. Zu dem Wahltermin hatte sich Sharon am Donnerstag bereit erklärt, nachdem der neue Chef der Arbeitspartei, Amir Peretz, den Rückzug aus der Koalition angekündigt hatte.

Im Gazastreifen wurde am Samstag bei einem gewaltsamen Streit um Land ein 17-Jähriger getötet. Die Schießerei, an der zwei rivalisierende Klane und palästinensische Polizisten beteiligt waren, war der erste derartige Zwischenfall seit dem Abzug der Israelis aus dem Autonomiegebiet im September. Einer der beteiligten Klane hatte die auch von dem anderen Klan beanspruchte Parzelle auf dem Gebiet der früheren jüdischen Siedlung Neve Dekalim eingezäunt.

Nach Angaben der palästinensischen Behörden wollten Polizisten den Zaun einreißen und wurden dabei beschossen. Bei dem anschließenden Feuergefecht wurde der 17-Jährige getötet. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, darunter zwei Polizisten. Drei Menschen wurden festgenommen und in eine Arrestzelle in Khan Younis gebracht. Später stürmten Dutzende Menschen die Polizeiwache in Khan Younis, forderten die Freilassung der Festgehaltenen und verwüsteten das Gebäude.

In Nablus im Westjordanland begann die palästinensische Polizei damit, gestohlene israelische Autos zu beschlagnahmen. Auch illegale Waffen sollen nach Polizeiangaben konfisziert werden. Dazu wurden mehr als 400 Beamte zusätzlich in die Stadt gebracht.

Im Rahmen der Aktion zerstörten palästinensische Polizisten am Samstag mindestens 24 gestohlene Autos. Zur Begründung hieß es, man befürchte, die Diebe wollten sich die Fahrzeuge wieder aneignen und Zusammenstöße mit der Polizei anzetteln. Nach Schätzungen der Behörden befinden sich tausende in Israel gestohlene Autos in Nablus. (APA/AP)

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