Mindestens zwölf Tote bei Tropensturm "Gamma" in Mittelamerika

20. November 2005, 18:48
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Schwere Überschwemmungen, Flugzeug abgestürzt - Sturm nimmt Kurs auf Kuba

El Progreso - Der Tropensturm "Gamma" hat in Mittelamerika mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. "Gamma" peitschte am Samstag mit sintflutartigen Regenfällen und Sturmböen von 75 Kilometern pro Stunde über die Region. Allein in Honduras kamen mindestens neun Menschen ums Leben, 14 weitere wurden vermisst. Zahlreiche Städte und Dörfer an der Karibik-Küste wurden von der Außenwelt abgeschnitten. Bei dem Absturz eines Flugzeuges, das Gäste zu einem Dschungel-Anwesen des US-Regisseurs Francis Ford Coppola in Belize bringen sollte, kamen der Pilot und die beiden Passagiere ums Leben.

Meteorologen änderten ihre Prognose, wonach der Wirbelsturm in den kommenden Tagen den gleichen Weg wie Hurrikan "Wilma" einschlagen und den US-Bundesstaat Florida treffen sollte. Der Sturm werde nun vermutlich als nächstes Kurs auf Kuba nehmen und sich dann den Bahamas nähern. Hurrikan-Stärke werde er aber wohl nicht erreichen. "Gamma" ist bereits der 24. Tropensturm der diesjährigen Rekord-Saison.

Entsetzliche Schäden

Die Behörden in Honduras teilten mit, dass vor dem hereinbrechenden Sturm mehr als 5000 Menschen in Sicherheit gebracht worden seien. Die an einem Fluss in Küstennähe gelegene Stadt El Progreso mit 200.000 Einwohnern stand zu 60 Prozent unter Wasser. An der Atlantikküste seien rund 50.000 Menschen nicht mehr zu erreichen, da Straßen überschwemmt und Brücken zerstört worden seien. Die betroffenen Gemeinden sollten Nahrungsmittel und Wasser rationieren, bis Hilfe eingetroffen ist. "Insbesondere an der nördlichen Küsten sind entsetzliche Schäden entstanden", sagte der Präsident von Honduras, Ricardo Maduro. "Menschen stehen wegen der Überflutungen auf den Dächern ihrer Häuser."

"Gamma" bewegte sich mit nur sieben Kilometern pro Stunde vorwärts. Die US-Hurrikanwarte rechnete damit, dass der Sturm entgegen erster Erwartungen die mexikanische Halbinsel Yucatan nicht mit voller Wucht treffen werde, wo Hurrikan "Wilma" im Oktober schwere Schäden angerichtet hatte. Ausläufer des Tropensturms sorgten in Yucatan dort allerdings für heftige Niederschläge. Auch der Süden Floridas werde vermutlich verschont, wo "Wilma" ebenfalls für Zerstörungen gesorgt hatte.

Über Zentralamerika war im Oktober bereits Hurrikan "Stan" hinweggezogen und hatte bis zu 2000 Menschen getötet. Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor 150 Jahren gab es so viele Hurrikans und Tropenstürme in einer Saison wie in diesem Jahr. "Gamma" ist wie seine Vorgänger "Alpha" und "Beta" nach den Buchstaben des griechischen Alphabets benannt, da bereits alle auf einer offizielle Liste verzeichneten Sturmnamen für dieses Jahr vergeben wurden. (APA/Reuters)

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    In Nordhonduras stürzte eine Staßenbrücke ein

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