Vorwürfe im Fall Halliburton noch nicht ausgeräumt

29. November 2005, 19:42
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US-Justizministerium prüft Aufnahme von Ermittlungen

Washington - Das US-Justizministerium prüft die Aufnahme von Ermittlungen wegen der Vergabe von Aufträgen für den Wiederaufbau im Irak an den Halliburton-Konzern. Der demokratische Senator Byron Dorgan veröffentlichte am Freitag einen Brief des stellvertretenden Generalinspekteurs im Verteidigungsministerium, John Crane, wonach der Ermittlungsdienst des Ressorts die Anschuldigungen untersuche und die Erkenntnisse dem Justizministerium mitgeteilt habe. Das Justizministerium prüfe nun, ob die Angelegenheit weiter verfolgt werde, hieß es in dem Brief.

Bei den Vorwürfen geht es um ein überteuertes Bauprojekt der Halliburton-Tochter Kellogg, Brown & Root (KBR). Der Milliarden schwere Auftrag im Rahmen des Öl-für-Lebensmittel-Programms wurde im Februar 2003 - einen Monat vor Beginn des Irak-Kriegs - im Eilverfahren auf fünf Jahre an KBR vergeben. Auf eine Ausschreibung hatte das amerikanische Verteidigungsministerium mit der Begründung verzichtet, die Angelegenheit sei zu dringlich. Halliburton wurde 1995 bis 2000 von US-Vizepräsident Dick Cheney geleitet und ist schon öfters in die Schlagzeilen geraten.

Eine ranghohe Beamtin des Pioniercorps der US-Streitkräfte hatte im Juni vor einem Senatsausschuss öffentlich Kritik an der Vergabe des Auftrags geübt. Im August wurde sie ihres Postens enthoben. Die Versetzung auf eine nachrangige Stelle erfolge wegen mangelnder Arbeitsqualität, hieß es zur Begründung. Der Anwalt von Bunnatine Greenhouse erklärte dagegen, es handle sich um eine "eklatante Diskriminierung" seitens des US-Verteidigungsministeriums, weil seine Mandantin die offensichtliche Bevorzugung des Halliburton-Konzerns angeprangert habe. Eine Halliburton-Sprecherin sagte, der Konzern arbeite mit dem Justizministerium zusammen. (APA)

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