Leuchten soll es halt

30. November 2005, 15:51
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Feuerwerk oder Nordlicht, Mittel- oder Eismeer zu Silvester

Gute Ratschläge in Bezug auf kurzfristige Reiseplanung und die damit verbundenen Kosten sind dazu da, ignoriert zu werden. Das trifft insbesondere auf die Kombination Silvester und Städtereisen zu: Last-Minute-Angebote aber auch bereits relativ früh geplante Citytrips, sind im Durchschnitt einfach teurer als unterm Jahr, dennoch ist die Nachfrage groß.

Das Sonderflug-Kontingent wurde immerhin bei den meisten Anbietern bereits aufgestockt und wer dennoch die Kombination Süden, Stadt und Silvester gerade für den Jahreswechsel als Idealfall ansieht, ist etwa mit den Destinationen von Prima Reisen ganz gut beraten: Für "Südstadt"-Fans kommt sicherlich Rom in die engere Auswahl, drei Nächte mit Frühstück inklusive Flug und Transfer sind je nach Hotelkategorie immerhin ab 399 Euro zu haben.

Weniger städtisch aber ausreichend südlich liegt noch Sizilien, in der selben Kombination wird Silvester in der Nähe von Catania ebenfalls ab 399 Euro angeboten. Aus dem Rahmen - auch preislich - fallen wieder mal die ewigen "Musts" London und Paris, ersteres ist für drei Nächte ab 449 Euro zu haben und letzteres verkauft sich gerade zu diesem Zeitpunkt nicht unter Preis: 599 Euro kosten die drei Nächte mit Frühstück, aber immerhin ist der Flugplan so interessant, dass aus dem Aufenthalt vier volle Tage werden.

Oder man macht's tatsächlich anders: Die Alpinschule Innsbruck bietet etwa zwischen dem 27. 12. und dem 3. 1. eine Reise in den finnischen Teil Lapplands an. Preislich nicht zu vergleichen mit einem City-Hop ins neue Jahr, wird um 1740 Euro (Flug ab Deutschland) pro Person im Doppelzimmer eine äußerst erfrischende Woche mit Vollpension angeboten. Die Spezialausrüstung ist bereits inkludiert und bei jedem Zwischenstopp gibt's eine Sauna.

Das ist auch absolut notwendig, denn man ist mit dem Hundeschlitten täglich vier bis sechs Stunden in der Kälte unterwegs und lässt sich dann jeden Tag in einer anderen Hütte auftauen und bekochen. Effektiv dauert die Rundreise vier Tage, zu der man von der recht komfortablen Lodge in Äkälompolo aufbricht, die Landschaft ist alles andere als eintönig: Über Sumpfflächen und durch Wälder führt der Trail zum Ylläs-Aakenus-Nationalpark bis in die Berge Westlapplands. Den Jahreswechsel selbst verbringt man ohne künstliches Feuerwerk, das ist durchaus sinnvoll, denn als "Ersatz" sieht man mit hoher Wahrscheinlichkeit bei klarem Himmel Nordlichter. Der Bonus für "Null-Uhr-Fetischisten": Die Region liegt praktisch "zwischen" den Zeitzonen, man feiert entweder mittel- oder osteuropäisches Silvester oder zwei mal hintereinander.
(saum/Der Standard, Printausgabe 19./20.11.2005)

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    Feuerwerk zum Jahreswechsel

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