Vorarlberg: Sausgruber mit 98,8 Prozent bestätigt

21. November 2005, 14:10
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Fünfte Wiederwahl als ÖVP-Landes­par­tei­obmann - Lopatka warnt vor Rot-Grün - Vorwahlmodell abgeschafft

Rankweil - Die Vorarlberger Volkspartei, seit 1945 führende Regierungspartei im Ländle, hielt heute, Samstag, Vormittag in Rankweil bei Feldkirch den 38. Ordentlichen Landesparteitag ab. Der seit 1986 amtierende Landesparteiobmann Herbert Sausgruber wurde mit 98,84 Prozent der Delegiertenstimmen (2001: 99,4) bei seiner fünften Wiederwahl klar bestätigt; die rund 350 Delegierten feierten ihn mit Standing Ovations.

Auch die vier Stellvertreter wurden mit klaren Ergebnissen gewählt: ÖAAB-Obmann Rainer Gögele kandidierte nach dem Tod von Vorgänger Manfred Dörler erstmals und kam auf 99,4 Prozent. Landesrat Manfred Rein (Wirtschaftsbund) wurde mit 98 Prozent, Landesrätin Greti Schmid (Frauen) mit "nur" 96 Prozent und Landesrat Erich Schwärzler (Bauern) mit 99,7 Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählt.

Statutenänderung schafft Vorwahlmodell ab

Auch die vom Landesparteivorstand vorgeschlagene und von Geschäftsführer und Klubobmann Markus Wallner vorbereitete Statutenänderung erhielt mit 93,4 Prozent eine klare Mehrheit. Damit wurde das bisherige parteioffene Vorwahlmodell zur Kandidatenerstellung zu Gunsten des neuen Delegiertenmodells abgeschafft. Die neue Regelung gilt schon für die NR-Wahl 2006, betonte Wallner.

Der nächste Wahlkampf warf auch in Rankweil seine Schatten voraus: Sowohl Generalsekretär Reinhold Lopatka als auch Herbert Sausgruber haben unter Hinweis auf Deutschland vor einer möglichen Konstellation Rot-Grün nach der Nationalratswahl im Herbst 2006 in Österreich gewarnt, gleichzeitig aber die Zuversicht ausgesprochen, dass die ÖVP mit Wolfgang Schüssel die Chance auf den Sieg habe.

Für ein kleines Land wie Vorarlberg sei es nicht egal, wer in Wien die Führung habe meinte Sausgruber. Es gehe um eine Richtungsentscheidung: "Wir haben ein gutes Programm und sollten uns die Variante rot-grün, die in Deutschland gerade abgewählt wurde, ersparen", appellierte Sausgruber an die ÖVP, sich "auf die Socken zu machen und zu engagieren", um eine "rot-grüne Sackgasse" zu vermeiden.

Sausgruber, der bei der Landtagswahl am 19. September 2004 für die ÖVP Vorarlberg 54,9 Prozent und 21 von 36 Landtagsmandaten eingefahren hat, urgierte u.a. "regionale Spielräume". Die Landespolitik wolle auch "von niemandem Filiale sein". In Wien werde das schon gut verstanden, in Brüssel weniger. Die ÖVP Vorarlberg sei klar für die EU, bekräftigte Sausgruber: "Wir wollen, dass Europa stark ist, etwa in der Außen- und Sicherheitspolitik, bei Wirtschaft und Währung - aber sonst wollen wir nicht, dass uns bei jedem Schmarren ein europäisches Zentralorgan dreinredet". (APA)

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    Landeshauptmann Herbert Sausgruber konnte sich über ein klares Ergebnis freuen - 98,84 Prozent der VP-Delegierten wählten ihn als Landesparteiobmann.

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