Die Franzobel-Welt aufblasen

18. November 2005, 22:20
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Ein Schriftsteller der sich auch nicht immer im eigenen Kämmerlein verstecken mag goes Cabaret - im Jazzit Salzburg

Weil es nie genug sein kann, und sich ein Schriftsteller auch nicht immer im eigenen Kämmerlein verstecken mag, geht Stefan Griebl alias Franzobel unter die Leut'. Genauer: Franzobel goes Cabaret.

Vor etlichen Jahren schon beschloss der gebürtige Oberösterreicher - zuletzt erschien "Das Fest der Steine" (Zsolnay 2005) -, sich mit seinem Landesgenossen und Freund Bertl Mütter auf ein Packerl zu hauen, um die Sparten Literatur und Musik miteinander kurzzuschließen. Bei der gemischten Doppelconference spendiert der etwas andere Heimatdichter Franzobel die Worte, und wenn Bertl Mütter dazu die Posaune bläst, so ist das nicht bloße Untermalung. Mütter, bei dem auch Schriftsteller Josef Haslinger zu Trio-Ehren gekommen ist, bläst burlesk selbstironische Töne in die derb-barocke Finsterwelt des Autors.

Mit 35 bzw. 40 Jahren zählen die beiden noch knapp zu den Jungen, haben aber ganz alte Themen parat: In Oide Hoda'n ("alte Hadern") kommt Zeitloses wie Saufen bis zum Abgang oder Selbstbefriedigung zur Sprache. Eine ebenso derb-rabiate wie witzig-skurrile Schmieren-Poesie. (dog/DER STANDARD, Printausgabe, 19./20.11.2005)

Jazzit
5020 Salzburg
Elisabethstr. 11
0662/42 24 11
Sa., 19.11., 17 Uhr
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