Europa: Gute Konjunkturdaten und erfreuliche Unternehmensmeldungen

22. November 2005, 19:11
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Ein Kommentar von Jürgen Ulamec aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die europäischen Börsen erwiesen sich in der vergangenen Handelswoche als stabil. Die Gründe dafür liegen einerseits in den gefestigten Konjunkturdaten wie Auftragseingang und Industrieproduktion und andererseits in den weiter durchwegs erfreulichen Unternehmensmeldungen bei den Zahlen zum Q3/05.

Im Stoxx-Branchenvergleich konnten Branchen, die zuvor konsolidiert hatten, wieder zulegen. So liefen Werte aus den Bereichen Öl, Gas, Chemie und Basic Resources im Schnitt am besten. Daneben gab es gute Nachrichten von einigen europäischen Finanztiteln. Die Societe Generale vermeldete einen 40% Gewinnanstieg im abgelaufenen Quartal.

Sowohl die Corporate- und Investmentbankingsparten als auch die Fixed Income-Sparte konnten zulegen. Für Schlagzeilen sorgte auch die Commerzbank. Mit der Übernahme der Eurohypo AG (dem größten deutschen Immobilienfinanzierungsinstitut) wird die Commerzbank zur 2. größten deutschen Bank aufsteigen.

Auch die belgische Dexia konnte zulegen. Der Gewinn stieg von € 391 Mio. des Vorjahresquartals auf € 502 Mio. Bei Kali & Salz konnte man im Q3/05 einen Gewinnanstieg gegenüber dem Vorjahr von 56% ausweisen. Die gesteigerte Nachfrage nach Düngemittel war dafür verantwortlich.

Gute Nachrichten gab es auch von Porsche. Das Unternehmen kündigte aufgrund des Rekordgewinnes an, die Dividende für Vorzüge von 4 auf 5 Euro zu erhöhen. Einen Rückschlag in der Produktentwicklung hat der Pharmakonzern Altana erlitten. Der Zulassungsantrag für das Asthmamittel Daxas musste zurückgezogen waren. Damit dürfte das Mittel auf absehbare Zeit nicht auf den Markt kommen

Eine perfekte Woche hat der französischen Industriekonzern Alstom hinter sich. Zu Wochenanfang konnte man zuerst einen Großauftrag über den Auftrag für die Herstellung zweier Kreuzfahrtschiffe mit jeweils 1650 Passagierkabinen von MSC Cruises vermelden. Darauf folgte die Nachricht über den gelungenen Turnaround.

Bei den Halbjahreszahlen (verschobenes Geschäftsjahr) konnte man, im Gegensatz zum Vorjahr, einen Gewinn von € 0,98/Aktie ausweisen. Auch der Telekomausrüster Alcatel konnte einen Großauftrag von über € 2 Mrd. an Land ziehen. Der australische Telekomkonzern Telstra beauftrage Alcatel für den Aufbau eines Internet-basierten Netzes.

Da die Berichtsaison für Q3/05 langsam zu Ende geht, erwarten wir für nächste Woche einen ruhigen Marktverlauf.

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