Begag will Beschäftigungsstatistiken nach Herkunft erstellen lassen

2. Dezember 2005, 17:01
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Gleichstellungsminister: Anteil von "Einwandererkindern" unter "Polizisten, den Richtern, in der Verwaltung wie im Privatsektor" ergheben

Paris - Nach den Unruhen in den Einwanderer-Vorstädten hat Frankreichs Minister für Chancengleichheit, Azouz Begag, Statistiken zur Beschäftigung gefordert, bei denen auch die Herkunft berücksichtigt wird. "Wir müssen das wahre Gesicht Frankreichs sehen", sagte Begag dem Pariser "Figaro" vom Freitag. Er rüttelte damit an einem Tabu: Bisher sind solche Aufstellungen mit Blick auf das verfassungsmäßige Ziel der Gleichheit in Frankreich untersagt.

Staatschef Jacques Chirac habe die Franzosen aber am Montagabend in seiner "grundlegenden" Ansprache zu den Krawallen aufgefordert, sich ihrer Verschiedenheit bewusst zu werden, sagte der selbst von algerischen Einwanderern abstammende Minister.

Begag zufolge sollte der Anteil von "Einwandererkindern" unter Frankreichs "Polizisten, den Richtern, in der Verwaltung wie im Privatsektor" statistisch erhoben werden. Diese Aufgabe soll den Statistikbehörden übertragen werden, die dabei Vorgaben der französischen Datenschutz-Kommission (Cnil) befolgen müssten. "Der Geburtsort von Eltern und Großeltern könnte uns eine Vorstellung von der Verschiedenheit geben - eine Handlungsgrundlage", sagte der Minister.

Im Juli hatte die Cnil entschieden, dass Unternehmen keine "ethno-rassischen" Daten nutzen dürfen, um Informationen über die Herkunft ihrer Beschäftigten zu gewinnen. Genutzt werden können nur Angaben zur Nationalität; diese sind bei in Frankreich geborenen Nachkommen von Einwanderern mit französischem Pass aber nicht aussagekräftig. (APA)

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