Zweiter Mordprozess gegen Wiener Rathaus-Sprecher

18. November 2005, 14:05
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OGH ordnete aus formalen Gründen Wiederholung an - 39-Jähriger soll Freundin erwürgt haben

Wien - Ab 1. Dezember wird der Mordprozess gegen jenen ehemaligen Wiener Rathaus-Sprecher wiederholt, der am 27. September 2004 seine Freundin erwürgt haben soll, weil sie ihn verlassen wollte. Der 39-jährige Mann wurde im vergangenen April zu 18 Jahren Haft verurteilt, der Oberste Gerichtshof (OGH) hob das Urteil allerdings aus formellen Gründen auf.

Richterin Natalia Frohner, die den zweiten Rechtsgang leiten wird, hat die Hauptverhandlung auf zwei Tage anberaumt. Die Urteilsverkündung ist für den Nachmittag des 2. Dezember vorgesehen. Dem Angeklagten drohen zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.

Das erste Urteil war im August vom OGH auf Grund des mangelhaften Fragenkatalogs "gehoben" worden, der den Geschworenen in ihre Beratung mitgegeben worden war. Dort fanden sich Fragen nach Mord und Totschlag, nicht aber nach absichtlicher schwerer Körperverletzung mit Todesfolge. Für den OGH ein rechtlich relevanter Verfahrensmangel, eine Neudurchführung war damit zwingend erforderlich.

Der Pressesprecher hatte seine freundin im Mai 2004 kennen gelernt. Unmittelbar danach zog die 36-jährige Akademikerin bei ihm ein. Nach einigen Monaten fühlte sich die jüngere Frau eingeengt und wollte aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen. (APA)

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