Belgrad: Kriegsverbrecher-Prozess gegen UCK-Mitgleid

20. November 2005, 19:12
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Anton Lekaj bestreitet, vier MEnschen getötet zu haben

Belgrad - Der vor einem Monat vertagte erste Kriegsverbrecher-Prozess gegen einen Kosovo-Albaner in Serbien ist am Freitag in Belgrad vor einem Sondergericht fortgesetzt worden. Der 25-jährige Anton Lekaj soll im Juni 1999 in der Provinz Kosovo nach dem Abzug der serbischen Sicherheitskräfte vier Menschen, Roma und Serben, ermordet und weitere 13 misshandelt haben. Lekaj war damals Angehöriger der albanischen Kosovo-Befreiungsarmee UCK. Er bestritt vor Gericht die Vorwürfe und beteuerte seine Unschuld.

Der Prozess war wegen eines Befangenheitsantrages der Verteidigung vertagt worden. Diese verlangte zudem die Auslieferung ihres Mandanten an die UNO-Verwaltung im Kosovo. Der Oberste Gerichtshof Serbiens lehnte beide Anträge ab. Lekaj war im Sommer 2004 in Montenegro wegen eines Fahrzeugdiebstahls festgenommen und anschließend nach Belgrad überstellt worden. (APA/dpa)

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