Klimawandel als "Bedrohung für die Ärmsten"

12. Juli 2006, 14:33
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Organisationen fordern Unterstützung für Entwicklungsländer

Bonn - Umwelt- und Entwicklungsorganisationen haben zur Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels aufgerufen. Der Klimawandel werde "immer mehr zu einer Bedrohung für die Ärmsten", sagte der Umwelt- und Entwicklungsexperte der Hilfsorganisation Brot für die Welt, Bernhard Walter, am Freitag bei der internationalen Konferenz "Klimawandel als Herausforderung für die Armutsbekämpfung" in Bonn.

Sven Anemüller von Germanwatch wies auf die Verantwortung der Industriestaaten hin, die ihre Treibhausgas-Emissionen noch weitaus stärker reduzieren und gleichzeitig den betroffenen Entwicklungsländern bei der Anpassung an die Klimarisiken helfen müssten. "Auch die neue Bundesregierung sollte die nationale und internationale Klima- und Energiepolitik zur höchsten Priorität erklären", erklärte Anemüller.

Breite Maßnahmen nötig

Eine Anpassung an Klimarisiken sei "dringend notwendig", damit Überflutungen wie in Mosambik im Jahr 2001 künftig nicht zu noch katastrophaleren Auswirkungen führten, sagte eine Vertreterin vom Roten Kreuz in Mosambik. Gleichzeitig müssten diese Maßnahmen in eine breitere Entwicklungsstrategie gegen Armut, Aids und Unterernährung eingebunden werden.

An der internationalen Konferenz, zu der Brot für die Welt und die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch eingeladen hatten, nahmen rund 200 Delegierte teil. Im Zentrum der Diskussionen standen Folgen des globalen Klimawandels für die armen Länder und mögliche Gegenstrategien. Am 28. November beginnt im kanadischen Montreal die erste Welt-Klimakonferenz der Vereinten Nationen nach dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls. (APA)

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