Schutz für wandernde Tierarten

18. November 2005, 13:35
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Österreich hat die Bonner Konvention erst in diesem Jahr ratifiziert - Konferenz zum Übereinkommen in Nairobi

Wien - "Wandernde Tierarten sind wesentliche Bestandteile des Ökosystems. Sie können sehr wirksame Indikatoren für Umweltveränderungen sein, die sich auf uns alle auswirken. Diese Tierarten sind gegenwärtig besonders bedroht, weil der weltweite Klimawandel ihre Lebensräume in verschiedenen Klimazonen und Kontinenten gefährdet", erklärte am Freitag in einer Aussendung Umweltminister Josef Pröll (V) im Vorfeld der 8. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (Bonner Konvention), die von 20. bis 25. November in Nairobi, Kenia, stattfindet.

Topthemen der Konferenz seien der globale Klimawandel sowie die Erhaltungsmaßnahmen für besonders gefährdete Arten. Das Ziel internationaler Artenschutzbemühungen, den Rückgang der wild lebenden Arten bis 2010 zu stoppen, wird ebenfalls im Mittelpunkt stehen. Eine besondere Frage wird hierbei das Problem der Vogelgrippe sein, die vor allem auch durch Zugvögel verbreitet wird.

Österreichs Ratifikation

Österreich hat die Bonner Konvention, die bereits 1979 beschlossen wurde und 1983 als UN-Konvention in Kraft getreten ist, erst 2005 ratifiziert und nimmt damit erstmals an der alle drei Jahre stattfindenden Vertragsstaatenkonferenz teil. Das Bonner Übereinkommen umfasst derzeit 92 Vertragsparteien, darunter die Europäische Union. Ziel der "Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals" (CMS) ist die Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet einschließlich ihrer Zugrouten und Rastplätze. "Die Konvention führt die Staaten zusammen, welche die Tiere auf ihrer Wanderung durchqueren, die Arealstaaten, und stellt die rechtlichen Grundlagen für Erhaltungsmaßnahmen entlang ihrer Migrationsrouten dar", stellte der Minister fest.

Schätzungen

Die wandernden Tierarten werden weltweit auf 8.000 bis 10.000 Arten geschätzt. Diese Arten nutzen auf ihren regelmäßigen Wanderungen verschiedene Lebensräume, Länder bzw. Kontinente für unterschiedliche Abschnitte ihres Lebenszyklus. Zu den wandernden Tierarten zählen neben den bekannten Zugvögeln zum Beispiel auch Fledermäuse, Wale, Delfine, Meeresschildkröten, Fische oder Insekten. Die Bonner Konvention hat alle wandernden Arten, die in ihrem Bestand akut vom Aussterben bedroht sind oder deren Bestand gefährdet ist, in eigenen Anhängen explizit aufgezählt.

"In Österreich kommen von den gelisteten Tierarten über 200 Vogel-, etwa 20 Fledermaus- und einige Fischarten vor und unser Land hat im Jahre 2001 das Memorandum zum Schutz der Großtrappe, des schwersten flugfähigen Vogels Europas, unterzeichnet. Im Rahmen des LIFE-Programms werden die Schutzmaßnahmen für die Großtrappe auch von der europäischen Kommission mitfinanziert", so Pröll. (APA)

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    Fledermäuse zählen zu den wandernden Tierarten (das Foto zeigt eine amerikanische Breitflügel-Fledermaus).

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