Identifizierung gelungen

25. November 2005, 14:34
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Schädelknochen Beethovens in den USA untersucht: DNA-Vergleich mit Haarsträhne bestätigt Echtheit

San Francisco - Die in der Universität im kalifornischen San José aufbewahrten Schädelknochen stammen offenbar tatsächlich von Ludwig van Beethoven. DNA-Vergleiche der Knochen mit einer Haarsträhne des berühmten deutschen Komponisten hätten dies belegt, teilte das Beethoven-Studienzentrum an der Universität am Donnerstag mit.

Der Vergleich von Schädelknochen und Haarsträhne sollte die These belegen, dass Beethoven an Bleivergiftung litt und möglicherweise auch daran gestorben ist. Dies würde auch seine Verdauungsbeschwerden, seine frühe Taubheit und sein manchmal seltsames Benehmen erklären. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen im Dezember veröffentlicht werden.

"Reliquien" auf Reisen

Ähnlich wie Beethovens Haarsträhne haben auch seine Schädelknochen eine abenteuerliche Odyssee hinter sich: Der Wiener Arzt Romeo Seligmann erwarb sie 1863 nach der Exhumierung des 1827 verstorbenen Künstlers. Er behandelte sie wie ein Reliquie. Sie wurden von Generation zu Generation innerhalb der Familie weitervererbt, reisten in die USA, nach Hawaii, Frankreich und wieder zurück in die USA, wo sie ein Nachfahre des Wiener Arztes dem Zentrum vermachte.

William Meredith, der Leiter des Studienzentrums, zeigte sich ergriffen: "Für jemanden, der wie ich Beethovens Musik liebt und verehrt, ist es einfach eine gewaltige Erfahrung, tatsächlich vor ihnen zu stehen", sagte der Musikhistoriker.(APA)

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