Vaclav Havel in Wien ausgezeichnet

20. November 2005, 20:28
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Verleihung des Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst - Fischer würdigt Havel als "Intellektuellen mit Rückgrat"

Wien - Vaclav Havel ist am Freitag in Wien mit dem Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet worden. Bundespräsident Heinz Fischer, der ihm dieses überreichte, würdigte den ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten, Dissidenten und Dramatiker als "Intellektuellen mit Rückgrat" und als "Humanisten, der die Wahrheit sucht".

Fischer sagte, Havel gehöre gemäß eines amerikanischen Magazins zu den Top 10 der Intellektuellen der Welt. Und das aus guten Gründen. Diese Gründe hätten ihm zahlreiche Auszeichnungen eingebracht, etwa den Karlspreis, rund 40 Ehrendoktorate und den österreichischen Staatspreis für Literatur. Diese Gründe hätten aber auch dazu geführt, dass Havels Bücher in viele Sprachen übersetzt wurden und Millionenauflagen erreichten. Hinzu komme die Faszination der Person Havels. Fischer erwähnte, dass er selbst Havel im Jahr 1989 "kennen lernen durfte".

"Fruchtbarer Boden"

Neben seinen vielen Aufgaben als Präsident habe Havel auch die bilateralen Beziehungen im Auge gehabt, erklärte Fischer. Wichtig sei Havel gewesen, die Beziehungen Prag-Wien fair und auf gegenseitigem Respekt beruhend zu gestalten. Die Bemühungen des "Dichterpräsidenten" in diesem Bereich seien zwar nicht immer nur geschätzt worden. Sie stellten heute aber einen "fruchtbaren Boden" dar. "Vieles, was auf diesem Gebiet gewachsen ist und noch wächst, ist von Ihnen gesät worden", sagt der Bundespräsident zu Havel.

Havel, der sich für das Ehrenzeichen bedankte, zeigte sich über die Worte Fischers "gerührt". Er erwähnte, dass er die erste ausländische Auszeichnung vor 38 Jahren in Wien erhalten habe. "Die 38 Jahre waren sehr abenteuerlich, aber ich habe ein gutes Gefühl dabei, dass sich dieser Bogen hier in Wien wieder schließt."

Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Diplomatie und Kunst nahmen an der Überreichungszeremonie teil. Unter ihnen: Altkanzler Franz Vranitzky, Autor Peter Turrini, der tschechische Senator Karl Schwarzenberg, die Botschafter Margot Klestil-Löffler und Rudolf Jindrak sowie der Präsident der Diplomatischen Akademie, Jiri Grusa, selbst Schriftsteller, frührerer tschechischer Botschafter in Österreich und Präsident des internationalen PEN-Clubs.(APA)

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