Immofinanz: Großeinkauf im Osten

29. November 2005, 12:48
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Über Ost-Tochter Immoeast bisher größtes Auslandsinvestment getätigt

Kattowitz/Wien - Die Immofinanz hat über ihre Ost-Tochter Immoeast ihr bisher größtes Auslandsinvestment unter Dach und Fach gebracht und das "Silesia City Center", ein großes Einkaufszentrum im südpolnischen Kattowitz übernommen. "Das ist mit Abstand unser größtes Einzelobjekt im Ausland", sagte Immofinanz-Vorstandschef Karl Petrikovics am Freitag in Kattowitz. Petrikovics kündigte weitere massive Zukäufe vor allem in Osteuropa an. Immofinanz und Immoeast haben sich im Sommer mit großen Kapitalerhöhungen in Milliardenhöhe frische Eigenmittel verschafft.

Die Immoeast war bereits bisher mit 10 Prozent am Silesia beteiligt, nun geht die Einzelhandelsimmobilie um 170 Mio. Euro zur Gänze an die Immofinanz-Gruppe. Das Silesia City Center ist von der Verkaufsfläche ähnlich groß wie das Donauzentrum, das größte derertige Zentrum innerhalb Wiens. Mit einer Gesamtfläche von 114.000 Quadratmetern ist das Silesia City Center auch das größte regionale Shoppingcenter in ganz Polen. Seine Nettoverkaufsfläche von gut 66.000 Quadratmetern verteilt sich auf 215 Mieter. Das Silesia City Center wurde in Zusammenarbeit mit dem kanadisch-ungarischen Immobilienentwickler Trigranit, einem führenden Developer in Zentraleuropa realisiert.

Drei Einkaufszentren in Prag

Daneben ist die Immofinanz-Gruppe an drei Einkaufszentren in Prag beteiligt, die gerade fertig gestellt werden. Speziell das Palladium (80.000 Quadratmeter Nutzfläche; 25 Prozent Immoeast-Beteiligung) sei wegen seiner Lage "ein großer Wurf" und werde zu einer "Goldgrube" werden, prophezeite Petrikovics. Er kündigte an, man werde in der nächsten Zeit schwerpunktmäßig in osteuropäische Einzelhandelsimmobilien investieren. In mehreren Ländern seien Großprojekte von der Dimension des Silesia in Verhandlung.

Die im Sommer erworbene ungarische Fachmarktzentrenkette Stop Shop soll von derzeit sechs auf 20 Objekte erweitert werden. In Östereich sind laut Petrikovics ausschließlich Investitionen in Fachmarktzentren geplant.

Wachstumsziel übertreffen

Die Immofinanz-Gruppe wird heuer das selbst gesteckte Wachstumsziel, bis Ende des Geschäftsjahres (Ende April 2006) auf einen Portfolio-Wert von 6 Mrd. Euro zu kommen, "beträchtlich übertreffen", sagte Petrikovics. Nach seinen Angaben weist der Immobilienbestand der Gruppe derzeit einen Verkehrswert von 5,6 Mrd. Euro auf. Vor drei Monaten - Ende Juli 2005 - war er noch bei 5 Mrd. Euro gelegen.

Hintergrund seien aber nicht nur starke Zukäufe in Osteuropa, sondern vor allem der Kauf der Villacher ESG, einer ehemals gemeinnützigen Eisenbahnerwohngesellschaft, hieß es. Die Immofinanz, schon bisher Mehrheitseigentümer, hat vor kurzem die gänzliche Übernahme der ESG (935.000 Quadratmeter Nutzfläche) berichtet. Die Nutzfläche des Immofinanz-Portfolios wird mit aktuell 5,7 Millionen Quadratmetern angegeben. (APA)

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