Netzkonkurrenten der Deutschen Telekom mit hohen Wachstumsraten

25. November 2005, 10:29
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Kräftiger Umsatzzuwachs

Die Netzkonkurrenten der Deutsche Telekom bleiben auf steilem Wachstumskurs und hoffen auf eine Kooperation mit dem Marktführer beim Aufbau neuer Breitbandnetze.

Der Präsident des Bundesverbandes der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (breko), Peer Knauer, sagte am Donnerstag bei der Jahrestagung seiner Organisation in Berlin: "Wir sind klar auf Wachstumskurs". Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes würden nach einem Umsatzzuwachs 2004 von 35 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro in diesem Jahr voraussichtlich erneut um 25 Prozent zulegen. Wachstumstreiber seien die schnellen Breitbandzugänge. Ob das von der Deutsche Telekom geplante Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetz einen zusätzlichen wesentlichen Standortvorteil für Deutschland bringe, bezweifle er. Knauer warf dem Marktführer auch vor, den Wettbewerb im Netzbereich zu behindern.

Zugleich bot der Verbandschef der Telekom eine Kooperation der alternativen Netzbetreiber beim Ausbau von Breitbandnetzen in Deutschland an. "Die Zukunft der Telekommunikation wird Breitband sein", formulierte Knauer. Eine solche Telekommunikationsinfrastruktur sei gleichbedeutend mit dem "Zugang zur Zukunft". Das gelte auch für die alternativen Netzbetreiber der breko, von denen inzwischen viele aus lokalen und regionalen Tätigkeitsbereiche in größere, teils bundesweite Dimensionen hineinwüchsen.

Das von der Telekom für drei Milliarden Euro geplante Super-Glasfasernetz mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit könnte nach Knauers Worten die "digitale Kluft" zwischen einigen Städten und dem flachen Land in Deutschland weiter vergrößern. Den Vorwurf, die alternativen Netzbetreiber würden selbst nicht investieren, begegnete er mit dem Hinweis, dass diese allein im laufenden Jahr 450 Millionen Euro für den Ausbau ihrer Netzinfrastruktur in die Hand nähmen.

Die aktuelle Strategie der Telekom verhindert nach den Worten Knauers einen stärkeren Wettbewerb der Netzanbieter und damit die Verbreitung der Breitbandnutzung in Deutschland. "Nach unserer Ansicht wäre ein gemeinsames Vorgehen der Infrastrukturanbieter in einem akzeptablen Regulierungsrahmen einerseits und ohne Ausspielen einer Verhandlungsmacht andererseits auch für die Telekom wesentlich vorteilhafter." Gemeinsam mit den alternativen Netzanbietern könnte man so für eine größere Akzeptanz der neuen Technologien sorgen. Zudem würde ein solches Vorgehen "mehr Rechtssicherheit schaffen, als ein mit erheblichen juristischen Risiken behafteter Freibrief".

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wird Investoren in den Breitband-Netzausbau für einen "gewissen Zeitraum" Schutz vor Regulierungseingriffen gewährt, also eine Art Wettbewerbsschutz. Dies wurde zwar zunächst nur auf die Deutsche Telekom bezogen, die allerdings namentlich nicht genannt wird. Die alternativen Netzanbieter sehen daher Spielraum für Interpretationen, nach denen auch sie unter diesen befristeten Schutz vor Regulierungen fallen könnten.(Reuters)

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