One-Miteigentümer Telenor strebt im Ausland Mehrheitsbeteiligungen an

25. November 2005, 10:29
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Weitere Zukäufe in den Wachstumsmärkten Osteuropas und Asien geplant

Der norwegische Telekomanbieter Telenor, mit 17,5 Prozent am österreichischen Mobilfunker One beteiligt, strebt bei seinen Auslandsbeteiligungen eine Mehrheit an - oder einen Ausstieg. Dass das eine Änderung der One-Beteiligung zur Folge habe, heiße das aber nicht automatisch, betonte Per Simonsen, Strategiedirektor bei Telenor, vor österreichischen Journalisten. Es gebe keine konkreten Pläne für Österreich, sagte er.

Unterstützung

One-Chef Jorgen Bang-Jensen ergänzte: "Wir haben vier hervorragende Gesellschafter, die One sehr gut unterstützen." Änderungen bei der Eigentümerstruktur stünden nicht im Raum.

Beteiligungen

Telenor ist in zwölf Ländern vertreten, in Österreich und Russland gibt es eine Minderheitsbeteiligung. 41 Prozent des Umsatzes werden in den Wachstumsmärkten Osteuropas und Asiens erzielt. In diesen Regionen strebt Telenor nach weiteren Zukäufen, wobei gerade in sehr einkommensschwachen Staaten neue Möglichkeiten geschaffen werden müssten, den Menschen den Mobilfunk leistbar zu machen. Angedacht seien etwa Bezahlsysteme, bei denen nicht ein ganzes Monat im Voraus bezahlt werden muss, sondern beispielsweise täglich nach Bedarf.

Für die Zukunft setzt der ehemalige Staatsbetrieb, an dem Norwegen noch 54 Prozent hält, auf mobile Datendienste. So sei etwa die Bereitschaft, für Internetinhalte zu zahlen, im Mobilfunk bei weitem größeren als beim kabelgebundenen Onlinezugang. Außerdem sei das Handy das einzige Medium, das 24 Stunden genutzt werden könne. Entwicklungsleiter Ric Brown verwies darauf, dass sich in Norwegen MMS (Bildnachrichten über das Mobiltelefon) - im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern - bereits durchgesetzt habe. So würde jeder Kunde durchschnittlich zwei MMS-Nachrichten pro Monat verschicken, bei Handy-Intensivnutzern seien es erheblich mehr.

Angebote

Zufrieden zeigte sich Brown auch mit dem vor knapp einem Jahr gestarteten Angebot für Fernsehen am Handy. Diese Technologie stehe zwar erst am Anfang, aber sie sei die klassische Anwendung für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS. Derzeit hat Telenor 50.000 UMTS-Kunden. Ein Abo für eine Woche TV am Handy kostet aber noch satte 29 Kronen. Insgesamt macht Telenor im Mobilfunk - samt Auslandsengagement - mit 12 Mrd. Kronen den doppelten Umsatz des Festnetzes, so das Unternehmen mit Sitz in Oslo.

Telenor hatte im Jahr 2001 seine rund 15 Niederlassungen in der norwegischen Hauptstadt an einem Standort gebündelt. Am ehemaligen Flughafengelände der gut 800.000 Einwohner-Stadt entstand um 4,3 Mrd. Kronen ein imposanter "Glaspalast", in dem 5.000 Telenor-Mitarbeiter und 1.000 weitere Personen untergebracht sind.

Unregelmäßig

Das besondere - neben der Traumlage direkt am See - sind die Arbeitszeiten: Es gibt keine. Jeder kommt und geht, wie er es seiner Auftragserfüllung für zuträglich hält, betonte das Unternehmen. Und es gibt auch keinen fixen Arbeitsplatz. Wer in die Zentrale komme, findet im Intranet freie Arbeitsplätze. Damit die Arbeitswilligen nicht in der Papierflut der Vorgänger ersticken, darf jeder Mitarbeiter gerade mal den Inhalt einer Handtasche mitnehmen. Der Rest der Unterlagen ist digital im Unternehmen gespeichert.

Telenor, an der Börse in Oslo und an der Nasdaq notiert, feiert heuer sein 150-Jahre-Jubiläum. (APA)

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