Intercell kooperiert mit dänischem Institut

29. November 2005, 12:48
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Impfstoff gegen Tuberkulose geht diese Woche in klinische Studien - Besserer Schutz für Erwachsene angestrebt

Wien - Die börsenotierte Intercell kooperiert mit dem dänischen Statens Serum Institut (SSI) in Kopenhagen bei klinischen Studien für einen neuen Impfstoff gegen Tuberkulose, teilte das Unternehmen am Freitag ad hoc mit.

Am Statens Serum Institut (SSI), Kopenhagen, wurde ein neuer Impfstoff gegen Tuberkulose (TB) entwickelt. Während der aktuelle Impfstoff, Calmette (BCG), Kinder wirksam vor TB schützt, lässt der Impfschutz nach etwa 10-15 Jahren graduell nach; bei Erwachsenen in Entwicklungsländern bietet die Vakzine nur bedingt Schutz vor TB. In enger Zusammenarbeit mit der Intercell AG und mit Unterstützung der Europäischen Union initiiert SSI nun klinische Studien eines "Subunit" Impfstoffs, der Calmette entweder ersetzen soll oder den Impfschutz bei Erwachsenen gewährleisten soll.

Calmette (Bacillus Calmette-Guerin - BCG) ist ein Lebendimpfstoff, der - Neugeborenen verabreicht - ungefähr 10 bis 15 Jahre vor Tuberkulose schützend wirkt. Nach Ende des Impfschutzes reicht eine weitere Impfung nicht für eine anhaltende Immunisierung aus. Daher werde eine neuer Impfstoff benötigt, der Erwachsene, vor allem in Entwicklungsländern, lang anhaltend und effektiv vor Tuberkulose schützt, so die Intercell.

Warten auf die Immunantwort

Peter Andersen, Direktor der Impfstoffforschung und -entwicklung am SSI, erklärt: "Wenn man dem mycobacterium tuberculosis ausgesetzt ist, führt das zu einer Immunantwort, die die Replikation der BCG-Vakzine sowie auch die Verstärkung der Immunität verhindert. Der neue Impfstoff wurde daher so entwickelt, dass er gegen Tuberkulose schützt, auch wenn der Patient bereits mit BCG geimpft wurde oder anderen Mycobakterien, die häufig in Entwicklungsländern vorkommen, ausgesetzt war."

Der neue Impfstoffkandidat des SSI ist eine rekombinante "Subunit" Vakzine, die auf zwei wichtigen TB-Antigenen in Kombination mit einem von Intercell entwickeltem Adjuvans basiert. Intercell's CSO, Alexander von Gabain, kommentiert: "Der neue Impfstoff basiert auf unserem wirksamen synthetischen Adjuvans IC31TM, das eine starke und anhaltende T-Zellen Immunantwort auslöst, die für einen effizienten TB-Impfstoff zwingend notwendig ist."

Die klinische Phase I Studie startet diese Woche in der Abteilung für Infektionskrankheiten im Medizinischen Zentrum der Universität Leiden (Holland) starten. Unterstützt wird die Studie durch das von der EU geförderte Programm "TB-VAC".

Öffentliche Firma

Das Statens Serum Institut ist eine öffentliche Firma, die als marktorientiertes Produktions- und Dienstleistungsunternehmen arbeitet. Das Statens Serum Institut untersteht dem Dänischen Ministerium für Inneres und Gesundheit, die Aufgaben des Instituts sind teilweise in das nationale dänische Gesundheitssystem integriert. Das SSI kontrolliert Infektionskranhkeiten und angeborene gesundheitliche Störungen und beugt ihnen auch vor.

Die Intercell AG ist ein Biotech-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von prophylaktischen und therapeutischen Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten mit hohem medizinischem Bedarf spezialisiert hat. Intercells Antigen Identifikation Programm ermöglicht die Identifizierung relevanter Impfstoffantigene gegen nahezu alle bakteriellen Infektionen. Diese Antigene dienen als Basis für Intercells eigene Entwicklungsprogramme und werden auch in Partnerschaften mit Impfstoffunternehmen wie sanofi pasteur, Merck&Co., Inc., SciGen Ltd. und dem Statens Serum Institut eingesetzt. (APA)

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