Befürchtungen Sarkozys: "Wir im- und exportieren Selbstmordattentäter"

21. November 2005, 14:38
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Französische Terrorabwehr fürchtet zurückkehrende Irak-Kämpfer

Paris - Anti-Terrorspezialisten in Frankreich fürchten eine Radikalisierung der radikalen islamischen Bewegung im Land durch zurückkehrende Irak-Kämpfer. Die moslemischen Männer, die sich im Irak dem Aufstand gegen die US-Armee angeschlossen hätten, sammelten dort Kampferfahrung, sagte der Leiter der französischen Koordinierungsstelle für den Kampf gegen den Terrorismus (UCLAT), Christophe Chaboud, am Donnerstag in Paris.

Nach ihrer Rückkehr seien sie voraussichtlich noch radikaler als vorher. "Sie sind dann im Stande, den Kampf auf unserem Territorium fortzusetzen", präzisierte Chaboud.

Im so genannten Kampf gegen den Terrorismus komme der "Feind" inzwischen nicht mehr nur von außerhalb Frankreichs, sagte Innenminister Nicolas Sarkozy auf einer Terrorismus-Konferenz in Paris zu dem Thema. "Wir importieren inzwischen nicht mehr nur Selbstmordattentäter, wir exportieren sie auch."

Nach Einschätzung aus Sicherheitskreisen haben sich in den vergangenen Monaten mindestens 22 junge Männer aus Frankreich den Aufständischen im Irak angeschlossen. Mindestens sieben von ihnen seien tot, wobei sich zwei bei Selbstmordanschlägen in die Luft gesprengt hätten. Laut Chaboud gibt es trotz verschärfter Überwachung von Schlepperringen in Frankreich weiter Versuche, als Kämpfer in den Irak zu gelangen. (APA)

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