Klagenfurt: Bahnhof für schnelle Züge

20. November 2005, 18:54
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Offizielle Eröffnung des neu gestalteten Hauptbahnhofes - Proteste gegen Hochleistungsstrecke

Klagenfurt - Mit einem Volksfest haben Politprominenz, ÖBB-Gewaltige und die Klagenfurter am Donnerstag die offizielle Eröffnung des neu gestalteten Hauptbahnhofes gefeiert. 66 Millionen Euro haben die ÖBB in den Umbau investiert, der nun - inklusive der restaurierten Fresken von Giselbert Hoke - in elegantem Design erstrahlt.

Ob sich die Klagenfurter lange an ihrem neuen Bahnhof erfreuen werden, bleibt offen. Der dürfte nämlich ein Tauschgeschäft für die neue ÖBB-Hochleistungsstrecke sein, die bald mitten durch die Stadt führen soll und diese mit riesigen, bis zu zwölf und mehr Meter hohen Lärmschutz-Wänden praktisch in zwei Teile zerreißen wird. Der Bahnhof selbst wird nur von wenigen Personenzügen angefahren werden. Jedoch sollen bis zu 400 Güterzüge durchbrausen, die im Güterverteilerzentrum Fürnitz Zwischenhalt machen.

Drei Trassen im Norden Klagenfurts, im Süden und mitten durch die Stadt - entlang der bestehenden - wurden erarbeitet. Gegen jede von ihnen gab es massive Bürgerproteste. Die Klagenfurter Rathausparteien machten sich unisono für die Mitteltrasse stark, mit der Auflage, dass die Strecke zur Gänze untertunnelt werden müsste. Die ÖBB entschieden sich dann für die Mittelvariante - ohne Tunnel, weil das (rund 700 Millionen Euro) zu teuer sei. Daraufhin erhob sich Protest auch im Rathaus. Doch dieser dürfte wirkungslos bleiben. Die ÖBB denken nicht daran, ihre Entscheidung rückgängig zu machen: auch deshalb, weil für einen Ausbau der bestehenden Trasse keine UVP nötig ist. Die Bürgerinitiative Klagenfurt Mitte will weiterkämpfen. (stein, DER STANDARD - Printausgabe, 18. November 2005)

  • 66 Millionen Euro wurden von den ÖBB in den Umbau des Bahnhofs Klagenfurt investiert.
    foto: josef bodner

    66 Millionen Euro wurden von den ÖBB in den Umbau des Bahnhofs Klagenfurt investiert.

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