VA-Tech-Übernahme hat ein Nachspiel

29. November 2005, 12:58
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Neben einem gerichtlichen Nachspiel beim Oberlandesgericht in Linz gibt es auch ein aktienrechtliches

Wien - Die Übernahme der VA Tech durch Siemens hat neben einem gerichtlichen Nachspiel beim Oberlandesgericht in Linz auch ein aktienrechtliches. Letzteres insofern, als sich drei Aktionärsgruppen mit den von Siemens gebotenen 65 Euro je Aktie nicht zufrieden geben wollen und ein Überprüfungsverfahren anstrengen wollen.

Einer davon ist Stefan ten Doornkaat, ein Rechtsanwalt aus Düsseldorf, der zwei deutsche Unternehmen vertritt bereits in der Hauptversammlung im September durch scharfe Fragen unangenehm aufgefallen war. Die Fragen, für die er Aufklärung begehrt, sind dieselben geblieben. Darunter jene, warum der Unternehmenswert des Kaufobjekts laut Spaltungsplan des Vorstands um 60 Millionen Euro geringer ausfällt, als er es laut Bericht des Spaltungsprüfers sein müsste. "Wenn das keine Bewertungsprobleme sind, befinde ich das als kühn", sagt Doornkaat im STANDARD-Gespräch. Aufklärungsbedürftig sei auch die Schrumpfung der Verlustvorträge.

Als ebenso "interessant, für den Unternehmenswert letztlich aber irrelevant", befindet der Rechtsvertreter, die Tatsache, dass Siemens keine Due Diligence gemacht, bei ElinEBG in Hamburg aber nicht werthaltige Zahlen gefunden habe. Siemens habe auf jeden Fall Erklärungsbedarf.

Laut Insidern beträgt der Schaden in Hamburg nicht 70 Mio. Euro, sondern nur 40. Allerdings könnte in Moskau und Prag noch "etwas auftauchen", wie es heißt.

Zu Ende ist inzwischen auch das kurze Gastspiel des 44-jährigen Ex-Offiziers Jürgen Wild, der als ElinEBG-Chef im Sommer in den Siemens-Österreich-Vorstand aufrückte. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.11.2005)

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