WWF-Studie: Steigende Wassertemperaturen gefährden Fischbestände

23. November 2005, 12:38
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"Klimawandel bringt Nahrungskette erheblich durcheinander" - mehr Aktivitäten gefordert

Bremen - Steigende Wassertemperaturen in Meeren, Flüssen und Seen gefährden nach einer Studie der Umweltorganisation WWF weltweit die Fischbestände. Der Sauerstoffgehalt vieler Gewässer nehme stark ab, heißt es in einem neuen WWF Report. Ein schlechteres Nahrungsangebot, vermindertes Wachstum und weniger Nachkommen seien die Folgen.

Zudem bringe der Klimawandel die Nahrungskette erheblich durcheinander. So seien Mitte der neunziger Jahre rund 120.000 Seevögel im Golf von Alaska verhungert, weil ihre Beutefische in größere Tiefen und damit kühleres Wasser abgetaucht waren. "Der Klimawandel hinterlässt inzwischen fast überall auf dem Planeten seine Spuren", betonte die Leiterin des Klimareferats beim WWF Deutschland, Regine Günther. Deshalb müsse mehr dagegen getan werden. Eine Gelegenheit dazu sei die bevorstehende Klimakonferenz in Montreal.

Artenverschiebung

"Wärmeres Wasser ist eine zusätzliche Belastung für viele Fischbestände", erläuterte die WWF-Fischereireferentin Stefanie Schmidt. Einige Arten wie Lachse, Störe oder Welse seien für "Sex im Warmen" nicht zu haben. Sie würden nur laichen, wenn die Temperatur unter ein bestimmtes Niveau sinke. Überdies führe die Erwärmung zu einer Artenverschiebung in Richtung der Pole. Kälte liebende Arten wie Seehecht oder Kabeljau versuchten, in kältere Gefilde zu flüchten.

Das Problem habe auch eine große wirtschaftliche Dimension. Der weltweite Fischhandel habe inzwischen ein Volumen von rund 130 Milliarden US-Dollar (111 Mrd. Euro) im Jahr erreicht. Der Sektor zähle mehr 200 Millionen Beschäftigte. (APA/dpa)

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