Ballack wehrt sich im Transferpoker gegen Vorwürfe

20. November 2005, 15:09
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DFB-Teamspieler: Finanzielle Aspekte nicht entscheidend; Magath: "Thema interessiert mich nicht"

München - Die Vertragsgespräche ruhen vorerst, doch im Poker um seine Zukunft geht Michael Ballack verbal in die Offensive. Der Mittelfeldstar des FC Bayern München wehrte sich erneut vehement gegen Anschuldigungen, wonach ihn nur finanzielle Aspekte von einer Verlängerung seines Vertrages mit deutschen Rekordmeister abhielten. "Was mir vorgeworfen wird, ist eine absolute Unverschämtheit", sagte Ballack dem Fußball-Fachblatt "kicker" (Donnerstag-Ausgabe).

Felix Magath versuchte unterdessen vor dem Bundesliga-Spiel auswärts gegen Arminia Bielefeld am Samstag und der Eliteliga-Partie daheim gegen Rapid am kommenden Dienstag die Diskussion um den Kapitän der Nationalmannschaft einzudämmen. "Das Thema interessiert mich nicht", sagte der Bayern-Trainer. "So lieb und teuer er uns ist, irgendwann müssen wir einen Punkt machen. Es gibt kein Theater."

Trotz aller Gerüchte um Gespräche mit Real Madrid, Manchester United, AC Milan und dem neuesten angeblichen Interessenten Inter Mailand beteuerte Ballack: "Bisher hatte ich genau ein Angebot - das von Bayern München." Die öffentliche Kritik an seiner Person rief bei dem 29-Jährigen Unverständnis hervor. "Man bemängelt immer, dass keine deutschen Spieler für Topvereinen im Ausland spielen. Jetzt beschäftige ich mich mit dem Thema und genau das wird mir auch angekreidet. Das soll verstehen wer will."

Sportlich sei Ballacks Situation für die Bayern kein Problem, bemerkte Magath. "Ich glaube, dass er sich nun noch mehr bei uns reinknien wird. Deswegen kann ich mit dieser Situation prima leben". Für den Fall eines Abschieds des deutschen Teamspielers wollte sich Magath nicht an öffentlichen Spekulationen über dessen Nachfolge beteiligen. "Es gibt keine Wunschliste", sagte er dem "kicker".

Sebastian Deisler gilt nach seiner positiven Entwicklung als interner Kandidat. Aber: "Es wird nicht so gehen, dass man sagt: Geht der Ballack, kommt der Deisler", betonte Magath. Im Gegensatz zu Verteidiger Willy Sagnol, der sich angeblich mit Italiens Rekordmeister Juventus Turin einig ist, steht neben Deisler auch Mittelfeld-Kollege Mehmet Scholl vor einer Vertragsverlängerung in München. Der Bayern-Oldie müsse laut Magath sogar ein Kandidat für die Nationalmannschaft sein. "Ich weiß nicht, warum wir auf so einen Trumpf verzichten wollen." (APA/dpa)

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