Zeitung: Vorstand bleibt

17. November 2005, 18:45
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Vorstand bleibt vorerst wie er ist - Dafür würden Kontrollsysteme deutlich fester gezurrt und verschärft, weiß der "Kurier"

Wien - Der Aufsichtsrat der Bawag P.S.K. wird aus dem vorliegendem Prüfbericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) über den Refco-Kredit in seiner heute Donnerstag stattfindenden Sitzung keine personellen Konsequenzen ziehen, berichtet der "Kurier" (Freitagausgabe). Der Vorstand bleibt vorerst wie er ist. Dafür würden die Kontrollsysteme der Bank deutlich fester angezurrt und verschärft. Dies habe die Gewerkschaftsbank in einem ebenfalls am Donnerstag abgefassten Schreiben an die Nationalbank im Detail bekannt gegeben.

"Dieser Opfergang ist abgeblasen, der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand sein Vertrauen aus", berichtet die Zeitung zu der seit heute, 16 Uhr, tagenden AR-Sitzung. Im Brief an die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) stelle die Bawag wörtlich fest, dass "die Kreditvergabe durch eine Defraudation (betrügerisches Handeln, Anm.) verursacht wurde", so die Zeitung.

"Wir wollen unsere Schlüsse daraus ziehen, und in Form eines besonders beispielhaften Regelwerks in unserem Haus umsetzen", verspricht die Bawag laut "Kurier". So würden die Kreditlimits pro Großkunde, die gemäß der Eigenmittel derzeit 730 Millionen Euro ausmachen, auf 500 Millionen Euro reduziert. Alle offenen Kreditlimits - also genehmigte Kredite, die aber nicht ausgeschöpft sind - würden sistiert und neu geprüft. Die Bonitätskriterien eines Unternehmens würden stärker als bisher dem Aufsichtsrat berichtet, und bis März 2006 soll es eine klare Geschäftsordnung geben.

Ob die Finanzmarktaufsicht (FMA) mit dieser Entscheidung einverstanden ist, werde sich weisen, so die Zeitung weiter. Es sei denkbar, dass das Verfahren trotz der Verbesserungen weiter geführt wird, was ein "klarer Affront" gegen die Bank wäre, so der Bericht.

Insider erwarten laut "Kurier", dass die FMA mit diesen Verbesserungen ebenfalls einverstanden sein wird. In den kommenden Monaten müsse die Bank nun versuchen, so viel Geld wie möglich von Refco zurückzuholen, wozu wie berichtet Klagen gegen Bennett und Refco in den USA auf Herausgabe des Geldes eingebracht wurden. (APA)

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