Zweijähriger geriet mit Hand in Fleischwolf

18. November 2005, 09:45
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Linzer Chirurgen retteten Kind in siebenstündiger Operation drei Finger

Linz - Linzer Chirurgen haben einem Kleinkind aus Niederösterreich drei Finger gerettet. Der zweieinhalbjährige Bub aus dem Bezirk Amstetten war am Mittwochnachmittag mit der Hand in einen Fleischwolf geraten, berichtete das Allgemeine Krankenhaus in einer Presseaussendung am Donnerstag. Zwei Finger wurden dem Kind bei dem Unfall ausgerissen und so zerstört, dass sie nicht mehr gerettet werden konnten.

Der Unfall ereignete sich im elterlichen Haus, wo gerade ein frisch geschlachtetes Tier verarbeitet wurde. Der Zweieinhalbjährige geriet mit der rechten Hand in den Fleischwolf, Zeige- und Mittelfinger wurden ihm ausgerissen. In einer etwa siebenstündigen Operation unter dem Mikroskop gelang es den Mikrochirurgen des Linzer AKh, Dietmar Hager und Andreas Kastner, drei Finger zu erhalten.

Sie verwendeten die beiden zerstörten Finger als Weichteilbank, um den schwerst lädierten Daumen sowie die beiden amputierten Ring- und Kleinfinger zu rekonstruieren bzw. wieder anzunähen, berichtete das Spital. Dabei mussten sie zudem neue Arterien "basteln" und Nerven transplantieren.

Derzeit gehe es dem Kleinkind den Umständen entsprechend gut. Man müsse aber zumindest zwei bis drei Tage abwarten, ob die drei geretteten Finger auch weiterhin gut durchblutet bleiben, teilte das Krankenhaus mit. (APA)

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