Im Museumsquartier entsteht ein "designforum"

22. November 2005, 21:49
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Gedacht als Dialog-, Kompetenz-, Vermittlungs- und Servicezentrum

Wien - Wien erhält ein Designzentrum: Das designforum eröffnet am 30. Jänner in den ehemaligen"depot"-Räumen im quartier 21 des Museumsquartiers. Die von der Österreichischen Designstiftung und dem Berufsverband der Designer Österreichs, designaustria, initiierte Institution soll kein Museum, sondern ein "Dialog-, Kompetenz-, Vermittlungs- und Servicezentrum" werden, hieß es auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

"Das designforum soll möglichst breit gefächert allen Design-Disziplinen eine Plattform bieten und österreichisches Design einem breiten Publikum zugänglich machen", erläuterte Alexander Szadeczky, Präsident von Design Austria und Vorstandsmitglied des designforums. Kreative und Auftraggeber sollen vernetzt und Impulse gesetzt werden. Ein wesentliches Ziel sei auch, Unternehmen und vor allem die Öffentliche Hand vom wirtschaftlichen Erfolgsfaktor Design zu überzeugen, betonte Stefan Pierer, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Designstiftung.

Finanziert wird das mit einem Jahresbudget von 500.000 Euro dotierte designforum laut Pierer ohne öffentliche Gelder, Sponsoren sind unter anderem die Raiffeisenbank NÖ (120.000 Euro). Als Beratungs- und Kontrollinstanz wurde neben dem Vorstand ein achtköpfiger Beirat bestellt.

"Statement-Station"

Auf dem Programm des designforum stehen Ausstellungen, Präsentationen, Symposien und Vorträge. Es soll Beratungen etwa zu Copyright, Patentrecht und Gründungsfragen geben, geplant ist auch eine Bibliothek. Außerdem können die Räume für Events angemietet werden. Für die inhaltliche Bespielung verantwortlich ist Tammo Trantow. Ab Jänner soll eine "Statement-Station" genannte Video-Installation offenbaren, was die Österreicher überhaupt unter Design verstehen. Eröffnet wird das designforum dann am 30. Jänner mit der Ausstellung "Designing Desire - Österreichisches Motorrad-Design 1992-2006".

Weiters geplant sind für das unter das "Jahresthema Grenzen" gestellte Jahr 2006 unter anderem eine Werkschau von Hans Donner (April/Mai), Ausstellungen über Alltagsgegenstände im globalisierenden Kontext (März) - Trantow: "Sprich: Wie sieht der Besen in Afrika und Asien aus?" -, über italienisches Wohn-Design (Mai/Juni), über Designlösungen für Blinde oder über 50 Jahre Braun Design.

"artificial atlas"

Im März/April bestreitet die heuer in St. Pölten gegründete New Design University ein New Design Festival. Im Juni wird der "artificial atlas" präsentiert, der die österreichische Design-Landschaft vorstellt. Symposien widmen sich dem Thema "Design und Industrie" und dem Dialog zwischen Designern und ihren Auftraggebern über grenzüberschreitende Projekte. Zu Vorträgen geladen sind unter anderem Etienne Mineur, Massimo Pitis, Hans Donner und Giulio Capellini. (APA)

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