Salzburg: Mäzen Batliner zieht seine Sammlung ab

22. November 2005, 21:49
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Leihgeber des Museums der Moderne beklagt Medienberichte

Salzburg - Der Steuerberater, Mäzen und Kunstsammler Herbert Batliner aus Liechtenstein will seine Bilder-Sammlung aus Salzburg abziehen, teilte das Salzburger Museum der Moderne, das unter der Dirketion von Agnes Husslein-Arco für die Sammlung Batliner im neuen Gebäude auf dem Mönchsberg einen eigenen Raum eingerichtet hat, am Donnerstag mit. Batliner begründete diesen Schritt mit fehlender Wertschätzung seiner Sammlung in Salzburger Medien.

Getroffenheit über "Nepp"

In einem Brief an Bildungsministerin Gehrer, den Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer und andere beklagte Batliner am 2. November "wiederholte Seitenhiebe und unqualifizierte Aussagen der Salzburger Presse, allen voran der 'Salzburger Nachrichten' (SN). Ausschlaggebend für diesen Schritt war die Berichterstattung der SN über die Lange Nacht der Museen am 8. Oktober 2005, in der die Präsentation von Meisterwerken berühmter Maler und Bildhauer der Klassischen Moderne als 'Nepp' bezeichnet wurde."

Batliner kündigte an, dass seine Bilder vereinbarungsgemäß bis Juli 2006 in Salzburg bleiben werden. Für die Öffentlichkeit soll die Sammlung "zu einem späteren Zeitpunkt in einem international anerkannten Museum außerhalb Salzburgs" zugänglich bleiben. Die Sammlung Batliner besteht aus rund 300 Werken der Klassischen Moderne, darunter Bilder von Picasso, Monet, Nolde, Kokoschka, Matisse, Chagall, Cezanne, Giacometti oder Lichtenstein. 20 Werke befinden sich permanent in Salzburg und werden alle sechs Monate durch andere Bilder aus der Batliner-Sammlung ersetzt.

Direktorin bedauert

Agnes Husslein-Arco bedauerte diesen Schritt und sagte, "in den vergangenen Jahren konnten die Ausstellungen des MdM mit hochkarätigen Kunstwerken aus der Batliner-Sammlung bestückt werden, zum Beispiel 'Jean Dubuffet', 'Vision einer Sammlung' oder 'Les Grands Spectacles I'. Das Museum der Moderne Salzburg war der einzige Ort in Österreich, wo die Klassische Moderne in derartiger Dichte und Qualität gezeigt werden konnte." (APA)

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