Bank Austria: Interesse an Vojvodjanska Banka

28. November 2005, 11:40
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Man habe eine Absichtserklärung abgebeben, sagte BA-CA-Vorstandsmitglied Regina Prehofer

Frankfurt/Wien/Belgrad - Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) hat bestätigt, sich um die serbische Vojvodjanska Banka zu bewerben. Man habe eine entsprechende Absichtserklärung (Letter of Intent, Anm.) abgebeben, sagte BA-CA-Vorstandsmitglied Regina Prehofer am Rande einer Bankenveranstaltung in Frankfurt. Die serbische Bank würde das Geschäft der Bank Austria gut ergänzen.

Der serbische Finanzminister Mladjan Dinkic hatte bereits in der Vorwoche die zukünftige BA-CA-Mutter UniCredit als einen der elf Bieter genannt. Aus der Bank Austria hieß es, der Letter of Intent stamme aus Wien. UniCredit kontrolliert derzeit rund 88 Prozent an der Bank Austria. Die Nachfrist des Übernahmeangebots läuft noch bis zum morgigen Freitag. Rein rechtlich haben die Mailänder die bisherige Tochter der bayerischen HypoVereinsbank (HVB) noch nicht übernommen.

Die Vojvodjanska steht mit ihren 23 Filialen bisher im Staatsbesitz und hat im vergangenen Jahr bei einer Bilanzsumme von knapp 464 Millionen Euro einen Verlust von rund 71 Millionen Euro ausgewiesen. Das Eigenkapital bezifferte das Kreditinstitut Ende September mit rund 150 Millionen Euro.

KPMG hat geprüft

Der Wirtschaftsprüfer KPMG hat der Bank in ihrem Bericht vom 11. April 2005 mehrere Verstöße gegen nationales Bankrecht und Regeln der serbischen Nationalbank attestiert. So seien etwa Risikovorsorgen für faule Kredite zu gering und Darlehen an einzelne Kreditnehmer wie etwa die Telekom Srbije im Verhältnis zum Eigenkapital zu groß. Zudem lägen Klagen mit einem Streitwert von knapp 22 Millionen Euro gegen das Haus vor, heißt es im Prüfbericht.

Die Bank Austria hatte zuletzt entgegen ursprünglicher Absichten auf Druck aus Mailand darauf verzichtet, am Rennen um die rumänischen Banken BCR und CEC teilzunehmen.

Neben dem künftigen UniCredit-Konzern interessieren sich Dinkic zufolge die italienischen Banken Intesa und Sanpaolo IMI, die französischen Häuser Credit Agricole und BNP Paribas, die polnische PKO Bank Polski, Ungarns OTP und die Griechen National Bank of Greece, Alpha, Emporiki und Piraeus für die Vojvodjanska. (APA/Reuters)

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