Pfizer: Unterstützung für den Rauchstopp

23. November 2005, 13:02
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Dallas - Wer mit dem Rauchen aufhört, merkt bereits nach 20 Minuten eine Verbesserung des Wohlbefindens: Der Puls sinkt und die Blutzirkulation verbessert sich. "70 Prozent aller Raucher wollen aufhören. Doch nur sieben Prozent schaffen es auch", sagte Serena Tonstad, Präventivmedizinerin an der Ulleval University in Oslo im Rahmen des US-Herzkongresses in Dallas.

Um jenen, die aufhören wollen, zu helfen, hat Tonstad ein Medikament ("Varenicline") getestet, das den Nikotin-Rezeptor im menschlichen Gehirn "beschießt" und damit auch das Lustgefühl beim Rauchen blockiert: "Nur 19 Sekunden nach dem Zug, ist es normalerweise im Gehirn spürbar."

Das Ergebnis der Studie: Mit "Varenicline" vom US-Pharmakonzern Pfizer fiel den Probanden - 2.000 Personen wurden einer 52-wöchigen Testphase mit und ohne Medikamentation unterworfen - das Aufhören vier Mal so leicht wie mit gängigen Placebos.

Vorteile des Rauchstopps

Die weiteren Benefits nach dem "letzten Zug" laut Serena Tonstad: Bereits 48 Stunden danach verbessern sich der Geschmacks- und Geruchssinn deutlich. Bis zur zwölften Woche danach legt die Lungenfunktion um bis zu 30 Prozent zu, spätestens nach neun Monaten sind die Kurzatmigkeit und der Husten weg, ein Jahr später ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, bereits um 50 Prozent gesunken und 15 Jahre später befindet sich der Organismus "auf einem Level, als ob er nie geraucht hätte".

Ihre Konklusion: "Aufhören macht Sinn und wird durch Erfolge belohnt - aber es braucht Unterstützung. Denn Rauchen ist eine Sucht." Eine Sucht, die dann aufritt, wenn der Lust-Rezeptor im Gehirn das "Match" gegen die Vernunft gewinnt. Gegen die Vernunft, die mit den bitteren Tatsachen konfrontiert wird. Tonstad: "Jeder zweite Raucher wird irgendwann an den Folgen der Sucht sterben. Schlaganfälle sind bei Rauchern um fünf Mal häufiger als bei Nichtrauchern." Jährlich sterben laut WHO rund fünf Millionen Menschen an den Folgen von Tabak-Konsum. Tendenz steigend: Bis 2020 sollen es zehn Millionen sein. Weltweit gibt es derzeit rund 1,3 Milliarden Raucher. (APA)

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