Konflikt zwischen Lima und Tokio weiter verschärft

9. Dezember 2005, 09:08
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Premier Koizumi lehnt Treffen mit Präsident Toledo im Fall Fujimori ab

Pusan - Im Streit um eine Auslieferung des ehemaligen peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori hat Japan ein Ersuchen Perus um ein Spitzentreffen abgelehnt. Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi habe derzeit keine Zeit, sich wegen der Angelegenheit mit dem peruanischen Präsidenten Alejandro Toledo zu treffen, sagte ein Vertreter Japans am Donnerstag vor dem APEC-Gipfel in Pusan in Südkorea. Damit verschärften sich die Spannungen zwischen den beiden Staaten weiter.

Rückkehr

Fujimori war vor fünf Jahren nach Japan geflüchtet, sitzt seit einer überraschenden Rückkehr nach Lateinamerika jedoch in Chile in Haft. Vergangene Woche hatte Peru seinen Botschafter aus Tokio zurückgerufen und Japan gewarnt, sich nicht in die Bemühungen einzumischen, Fujimoris Auslieferung in Chile zu erwirken. Fujimori ist ein Nachkomme japanischer Einwanderer und genießt in dem fernöstlichen Land hohes Ansehen, weil er 1997 eine drei Monate dauernde Besetzung der japanischen Botschaft in Lima durch marxistische Rebellen beendete.

Kein Auslieferungsabkommen

Peru hat in der Vergangenheit wiederholt versucht, Fujimoris Auslieferung aus Japan zu erreichen. Die Regierung in Tokio hat dies aber abgelehnt, weil zwischen beiden Ländern kein Auslieferungsabkommen bestehe und Fujimori zudem japanischer Staatsbürger sei. (APA/Reuters)

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