Schlecker sieht Diskussion um Kündigungsschutz überzogen

29. November 2005, 12:49
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Drogerieunternehmen zu Arbeitsbedingungen in seiner Firma: Für alle müssen die gleichen Spielregeln gelten

Hamburg/Ehingen - Der Drogerieunternehmer Anton Schlecker hält die Diskussion um den Kündigungsschutz für "überzogen". Im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte er: "Entscheidend ist lediglich, dass für alle die gleichen Spielregeln gelten." Nur Verbände und manche Mittelständler würden davon leben, "die Debatte immer wieder anzutreiben".

Der Zeitung zufolge sprach der zurückhaltende Unternehmer erstmals seit Jahren über Arbeitsbedingungen in seiner Firma, Gewerkschaften und Mitbestimmung. Über Betriebsräte sagte Schlecker demnach: "Das geht schon in die Kosten.

Die Zeit, die sie auf Fortbildungen verbringen, auf Schulungen und bei all dem, was die Gewerkschaft so anbietet. Außerdem muss man alles in Gremien verhandeln, längere Öffnungszeiten zum Beispiel. Oft habe ich gedacht, das kann doch gar nicht wahr sein."

Kritik der Gewerkschaft

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte vor kurzem kritisiert, die Drogeriekette Schlecker blockiere die Wahl von Betriebsräten für ihre Mitarbeiter. Bei bundesweit rund 10.000 Schleckerfilialen gebe es lediglich rund 100 Betriebsräte.

Ebenso wie bereits bei Lidl kritisierte ver.di auch bei Schlecker: Das Unternehmen habe Arbeitnehmerrechte missachtet. Als Beispiele nannte die Gewerkschaft unbezahlte Überstunden, die Kontrollen von Taschen und Garderobeschränken sowie die Behinderung von Betriebsratswahlen.

Auch in Österreich sprach die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) von einem teilweise "unzumutbaren" Umgang mit den Schlecker-Mitarbeitern und "problematischen Arbeitsbedingungen". (APA/dpa)

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