Bush: Nordkorea muss Atomwaffen entsagen

24. November 2005, 12:53
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USA und Südkorea streben Friedensvertrag für Korea an

Pusan/Peking - US-Präsident George W. Bush hat vor Beginn des Gipfeltreffens des Asien-Pazifik-Forums (APEC) in Südkorea die Forderung nach einem Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wiederholt. Bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun in Gyeongju erklärte Bush, Pjöngjang müsse "sofort und nachweisbar" seine Nuklearwaffen beseitigen.

Beide Präsidenten bestätigten in einer gemeinsamen Erklärung das "Prinzip, dass der Atomstreit durch friedliche und diplomatische Mittel gelöst werden muss". Sie begrüßten die Zusage der nordkoreanischen Führung vom September, ihr Atomprogramm abzubauen. Bush machte jedoch die Position Washingtons deutlich, dass Nordkorea so lange keine Hilfe zum Bau eines geforderten Leichtwasserreaktors erwarten könne, bevor das Atomprogramm nicht beendet sei.

Friedensvertrag

Die beiden Politiker einigten sich auch darauf, im Rahmen der Sechser-Gespräche zum nordkoreanischen Atomprogramm auch einen formellen Friedensvertrag anzustreben. Nord- und Südkorea befinden sich völkerrechtlich immer noch im Kriegszustand, da der 1950 begonnene Korea-Krieg nie beendet wurde. 1953 wurde ein Waffenstillstand geschlossen, der seitdem gehalten hat. "Die Gespräche über einen Friedensvertrag sollen das Vertrauen erhöhen und die militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verringern", steht in einer gemeinsamen Mitteilung von Roh und Bush.

Atombomben

Die Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm, an dem neben Nord- und Südkorea sowie den USA auch Russland, China und Japan teilnehmen, befinden sich seit Monaten in einer Sackgasse. Pjöngjang fordert Wirtschaftshilfe, Stromlieferungen sowie Sicherheitsgarantien durch die USA, um im Gegenzug seinen Atomwaffen zu entsagen. Es ist nicht zweifelsfrei ergründet, ob die Behauptungen Pjöngjangs stimmen, es besitze Atombomben.

Neuerlich Selbstmord aus Protest

Aus Protest gegen die geplante Öffnung des Reismarktes hat sich eine südkoreanische Bäuerin mit Unkrautvernichtungsmittel umgebracht. Die 41-jährige O Choo Ok starb am Donnerstag in der Universitätsklinik von Daegu, wie eine Krankenschwester angab. Bis in die letzten Stunden ihres Lebens habe die Reisbäuerin mit handgeschriebenen Appellen zum Widerstand gegen die Marktöffnung aufgerufen, sagte einer ihrer Mitstreiter. In der vergangenen Woche hatte sich ein 38-jähriger Landwirt ebenfalls aus Protest gegen die Liberalisierung des Reismarktes mit Unkrautvernichtungsmittel das Leben genommen.

Die Regierung in Seoul hatte sich mit den USA darauf geeinigt, die Importquote für Reis bis 2014 von gegenwärtig vier auf acht Prozent zu erhöhen. Das südkoreanische Parlament muss der Neuregelung noch zustimmen. Südkoreanische Bauern planen anlässlich des APEC-Gipfels große Protestkundgebungen in Pusan. (APA/AP/Reuters/dpa)

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