Alarm nach Festnahme algerischer Fundamentalisten

18. November 2005, 17:11
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Polizei: Die drei verhafteten Terroristen waren einsatzbereit - Verdächtige sollen neun Selbstmordattentäter rekrutiert haben

Rom - In Italien wächst die Sorge vor Terroranschlägen, nachdem die italienischen Behörden drei Algerier mit Beziehungen zu einer fundamentalistischen Gruppe festgenommen haben. Die drei Männer wurden unter dem Verdacht der Unterstützung des internationalen Terrorismus festgenommen. Die mutmaßlichen Extremisten standen möglicherweise kurz vor der Ausführung von Anschlägen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Kontakte zu Salafisten

Die Algerier sollen Beziehungen zur Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) haben, die wiederum nach eigenen Angaben Verbindungen zur Al Kaida von Osama bin Laden unterhält. Die drei Männer konnten mit Hilfe von Geheimdienstinformationen gefaßt werden.

Medienberichten zufolge stellte die Polizei in den Wohnungen der Männer "verdächtiges elektronisches Material und Propagandadokumente zum Aufruf zum 'Heiligen Krieg'" sicher. Kalhed Serai und Mohamed Larbi wurden in der norditalienischen Stadt Brescia festgenommen, Yamine Bouhrama in der Nähe des Hauptbahnhofs des südlichen Neapel. Die Justizbehörden werden bis spätestens Freitag entscheiden, ob die Verdächtigen nach italienischem Strafrecht festgehalten werden können.

Attentat in "Europa oder einer anderen Weltregion, aber nicht in Italien"

Aus einer inoffiziellen Polizeiquelle hieß es, die Männer hätten möglicherweise ein Attentat in "Europa oder einer anderen Weltregion, aber nicht in Italien" verüben wollen. Die drei Algerier hatten sich in den vergangenen Monaten mit falschen Dokumenten in Norwegen aufgehalten

Die Mitte-Rechts-Regierung unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte in der Vergangenheit mehrfach die Befürchtung geäußert, dass Italien wegen seiner engen Zusammenarbeit mit den USA Ziel eines Terroranschlages werden könne. Auch führende El-Kaida-Mitglieder hatten das Land als Anschlagsziel bezeichnet. Die italienischen Geheimdienste vermuten, dass sich etwa 300 bis 400 radikale Islamisten im Land befinden. (APA)

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