Karzai: Truppen bleiben solange Afghanistan aufgebaut werden muss

23. November 2005, 16:06
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"Will als Präsident meinen Landsleuten ein normales Leben schenken"

Wien - Die internationalen Truppen werden solange in Afghanistan bleiben, solange die Nation als Demokratie aufgebaut werden muss; das könne "fünf, zehn oder 15 Jahre dauern" - das meinte der afghanische Präsident Hamid Karzai im Interview mit der ORF-ZiB 2 am Mittwochabend. Karzai hält sich zurzeit wegen der Islam-Konferenz in Wien auf.

Afghanistan brauche nach wie vor internationale Unterstützung, nach 30 Jahren Unterdrückung und Unfreiheit, so Karzai. Er sprach sich auch dafür aus, die in der Vergangenheit vor allem für ihren Fundamentalismus bekannten Taliban in den Demokratisierungsprozess zu integrieren. Es sei besser, die Taliban an der Demokratie teilhaben zu lassen und ihnen auch Mitsprache zu geben, als sie an den Rand zu drängen, wo sie bloß mit internationalen Terroristen in Kontakt kämen.

Das Amt des Präsidenten habe Karzai niemals erträumt, doch er übe es aus, weil er alles tun wolle, um seinen Landsleuten ein "normales Leben" zu schenken. Kritikern, er habe keine tatsächliche Macht im Land und sei bloß ein "besserer Kabuler Bürgermeister", entgegnete Karzai: "Seien Sie versichert, ich bin der Präsident des ganzen Landes." (APA)

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