EU-Exportstützungen

29. November 2005, 14:48
2 Postings

Für Zucker, Lebendrinder, Milch

Die Exportstützungen der EU auf Agrargüter werden von der WTO kritisiert, nehmen sie doch auch billigst produzierenden Entwicklungsländer Märkte weg. Jährlich fließen EU-weit zwischen fünf und sechs Mrd. Euro des Agrarbudgets in diesen Bereich. Allein ein Viertel davon machen die Lagerhaltungskosten aus, bis das Produkt herabgestützt auf dem Weltmarkt verkauft werden kann.

Auch Österreich fördert so seine Agrarüberschüsse. Laut Grünem Bericht flossen im Jahr 2004 rund 40 Mio. Euro in die "Ausfuhrerstattungen für agrarische Produkte". Der Hauptteil davon ging mit 21 Millionen Euro in Zucker; mit knapp sechs Millionen Euro war Rindfleisch dabei; davon 2,58 Mio. Euro für die aus Tierschutzgründen bedenklichen Lebendviehexporte.

Nutznießer der Exporterstattungen für Agrarprodukte ist in vielen Fällen die verarbeitende Industrie. So ist Nestlé EU-weit ein großer Subventionsempfänger; in Österreich kommen Red Bull, Coca-Cola und Agrana in den Genuss von Förderungen für den Export von zuckerhaltigen Produkten. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.11.2005)

Share if you care.