Man Ray und der Atompilz

16. November 2005, 22:39
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In Paris eröffnet die neunte "Paris Photo", die weltbeste Fotomesse, mit 106 Ausstellern

Paris - Zum neunten Mal findet in Paris vom 17. bis 20. November die fraglos beste Fotomesse (Paris Photo) weltweit statt. 106 Aussteller (90 Galeristen und 16 Verleger) aus 14 Ländern breiten im Carrousel du Louvre ihre fotografischen Schätze von 1850 bis 2005 aus. 2004 kamen mehr als 40.000 Besucher, eine Zahl, die auch heuer erreicht werden wird.

Besonderer Anziehungspunkt ist die erstmalige Präsentation eines Gastlandes, konkret Spanien, mit 14 Galeristen. Aus Österreich kommen Johannes Faber, der seit den Messeanfängen mit dabei ist, sowie die ebenfalls Paris-treue Galerie Trabant. Frankreich stellt mit 30 Galeristen das stärkste Aufgebot, gefolgt von 22 US-Ausstellern, darunter New Yorker Spitzengalerien: H.P. Kraus jr., Spezialist für historische Fotografie, zeigt den Engländer Roger Fenton (1819-1869) und dessen Krimkrieg- und Russlandfotos. Gitterman Gallery (New York) stellt Edward und Brett Weston gegenüber, die 1932-1936 die Oceano Dunes ästhetisch gleichwertig fotografierten. Herrn Edwards Dünen kosten 90.000, während die von Frau Brett nur mit 10.800 Euro angesetzt sind.

Ein Fotogramm von László Moholy-Nagy von 1925-26 (ein Vintage-Gelatin-Silber-Print-Unikat) kostet hier 158.000 Euro. Diesen Preis übersteigt Johannes Faber mit der zur Ikone gewordenen Bewegungsstudie von Rudolf Koppitz von 1925, veranschlagt mit 160.000 Euro. Der Wiener Spezialist zeigt auch ein Rayogramm Man Rays von 1922, für das das Motto Preis auf Anfrage gilt.

Deutlich günstiger präsentiert sich auf der Paris Photo die Sparte zeitgenössische Fotografie, etwa bei Trabant (Wien/Kitzbühel): Norman Maiers Nebelserien kosten je nach Auflage und Größe 2000 bzw. 6000 Euro. Mike Perry mit seinen melancholisch-harmonischen Meeresansichten von der Küste von Wales ist mit 4500 Euro angesetzt. Für Explosives sorgt Daniel Blau, München, der die Life/ Time-Fotografien von aus Flugzeugen aufgenommenen Atombombenversuchen über dem Bikini-Atoll (1951) oder auf Mururoa (1970) für 3000 -7000 Euro anbietet, Letztere wechselte in den ersten Messestunden den Besitzer. (ogw / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.11.2005)

  • Man Ray
    foto: paris photo

    Man Ray

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