Auf der Spur von "Saturns Aurora"

23. November 2005, 13:37
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Internationaler Workshop des Grazer Instituts für Weltraumforschung

Graz - Ultraviolett-Aufnahmen der ESA-Raumsonde Cassini zeigten, was für das menschliche Auge sonst unsichtbar bliebe - lange vermutete, aber bis dahin noch nie dokumentierte Leuchterscheinungen in der Saturn-Atmosphäre, die den Polarlichtern auf der Erde ähneln. Dem Ringplaneten und der Entstehung seiner Polarlichter widmen sich nun auch Forscher des Grazer Instituts für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Ende November laden sie zu einem internationalen Workshop über "Saturns Aurora".

Der Grazer Astronom Helmut Rucker vom IWF ist einer der Koordinatoren des Netzwerkes. Er ist dafür verantwortlich, dass erd- und satellitenbasierte Infrarot- und UV-Messungen der Saturn-Aurora aufeinander abgestimmt und in Zusammenarbeit analysiert werden. In weiterer Folge werden diese Ergebnisse mit jenen, die mit Hilfe von Cassini an Ort und Stelle gewonnen werden, verglichen. Neben dem Hubble-Space-Teleskop in der Erdumlaufbahn sind vor allem die Teleskope am Mauna Kea (z. B. das NASA/IRTF Teleskop auf Hawaii, USA) zu nennen, an dem auch europäische Forscher messen.

Irdische Beobachtungsstationen weiterhin wichtig

Trotz spektakulärer Bilder und Forschungsergebnisse von Raumsonden haben Beobachtungen mit irdischen Teleskopen für Planetenforscher nichts an Bedeutung verloren, im Gegenteil: Liefern sie doch zumeist jene Daten, die spätere detaillierte Robotmissionen erst ermöglichen. Um beispielsweise die Entstehung der Polarlichter am Saturn erklären zu können, wird der Planet auch mittels Teleskopen auf der Erde und durch das Weltraumteleskop beobachtet.

Die Möglichkeit, die in der Atmosphäre eines Saturnmondes erzeugte Strahlung durch terrestrische Bodenstationen zu messen, ist daher Thema des Treffens europäischer Planetenforscher, das ab dem 25. November am Institut für Weltraumforschung der Akademie der Wissenschaften (IWF) stattfindet. "Spitzenleute haben sich für das Grazer Meeting angemeldet, darunter die beiden Franzosen Renee Prange und Philippe Zarka vom Observatoire de Paris sowie Steve Miller vom University College London", so Rucker.

Zur Koordinierung und effizienteren Gestaltung der Forschungsaktivitäten irdischer Beobachter und der extraterrestrischen Arbeit der Raumsonden wurde zu Jahresbeginn 2005 das Forschungsnetzwerk Europlanet (European Planetology Network) gegründet. Das Netzwerk aus 60 Institutionen und Laboratorien aus 17 europäischen Staaten wird über das 6. Rahmenprogramm der EU-Kommission finanziert. Koordiniert wird Europlanet vom französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS).(APA)

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