Im Sommer wird das Wasser knapp

12. Juli 2006, 14:33
57 Postings

US-Forscher: Mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung wird künftig an jahreszeitlichem Wassermangel und dessen Folgen leiden

London - Mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten im Sommer von Wasserknappheit bedroht sein. Die Klimaerwärmung führt den Prognosen zufolge dazu, dass die Schneeschmelze immer früher eintritt und ein Großteil des Wassers auf Grund fehlender Speichermöglichkeiten ungenutzt ins Meer abfließt. Über diese und weitere Auswirkungen der Klimaerwärmung berichten US- Forscher in zwei Übersichtsartikeln des Fachblatts "Nature" (Bd. 438, S. 303 und 310).

So werde die Menschheit in einer wärmeren Welt auch vermehrt gesundheitliche Probleme bekommen. Schon heute sterben nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich etwa 150.000 Menschen an den direkten oder indirekten Folgen des Klimawandels; dazu zählen nicht zuletzt Tote bei Hitzewellen. Sie befürchten mit steigenden Temperaturen eine stärkere Verbreitung von Insekten, die Krankheiten übertragen, und höhere Ernteausfälle.

Wasser fließt ungenutzt ab

Im Westen der USA werde die globale Erwärmung dazu führen, dass um das Jahr 2050 herum das Frühjahrshochwasser etwa einen Monat früher einsetzt als bisher, berichten die Forscher um Tim Barnett von der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla (Kalifornien). Da es nicht genügend Wasser-Reservoire zum Speichern der ablaufenden Wassermassen gebe, werde das Wasser ausgerechnet im Sommer, wenn der Bedarf am höchsten ist, knapp. Am Rhein werden sich Industrie, Landwirtschaft und die Haushalte in den Sommermonaten die knappen Ressourcen teilen müssen, die Schifffahrt wird durch den niedrigen Wasserstand eingeschränkt werden, berichten die Forscher weiter.

Nach Ansicht von Jonathan Patz von der University of Wisconsin in Madison und seinen Mitarbeitern wirkt sich die Klimaerwärmung bereits heute auf die Gesundheit der Bevölkerung aus, die Folgen würden in Zukunft noch stärker zu Tage treten. Besonders gefährdet seien Regionen mit gemäßigtem Klima, die mit einer unverhältnismäßig starken Erwärmung rechnen müssen. Als direkte Folgen müsse man etwa mit einer Zunahme von Todesfällen nach Hitzewellen rechnen. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Pferd auf dem ausgetrockneten Curuai-See im brasilianischen Teilstaat Para

Share if you care.