"Bibel des Teufels" kehrt an einstigen Aufbewahrungsort zurück

23. November 2005, 13:53
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Pergament-Manuskript im 13. Jahrhundert angefertigt - am Ende des dreißigjährigen Kriegs von schwedischen Truppen aus Prag verschleppt

Prag - Die umfangreichste mittelalterliche Handschrift, der "Codex Gigas" oder die "Bibel des Teufels", wird im Jahr 2007 nach 350 Jahren "Exil" in Schweden für eine Ausstellung nach Prag zurückkommen. Von dort war es am Ende des dreißigjährigen Kriegs als Beute von den schwedischen Truppen aus der Kunstkammer des Habsburgers Rudolph II. mitgenommen worden.

Fakten ...

Das zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstandene Pergament-Manuskript wurde zu seiner Zeit als das "achte Weltwunder" bezeichnet, wegen seiner beeindruckenden Ausmaße (92 mal 50,5 mal 22 Zentimeter), seines Umfangs (624 Seiten) und seines Gewichts (75 Kilogramm). "Rund 160 Esel haben seine Entstehung mit ihrer Haut bezahlt", sagte Miroslava Hejnova von der Prager Nationalbibliothek.

Das Manuskript ist in einem Mönchskloster in Podlazice (im Zentrum des heutigen Tschechien) von einem einzigen Mönch gefertigt worden. Es enthält das Alte und das Neue Testament sowie weitere historisch bedeutsame Texte.

... und Legenden

Der Legende nach wurde der Autor dazu verdammt, lebendig eingemauert zu werden. Er habe das Werk in einer Nacht vollenden wollen, um seine Sünden abzubüßen - aber dazu die Hilfe des Teufels in Anspruch genommen, von dem er anschließend ein Porträt in den Codex einschummelte. Darauf sehe dieser "eigentlich eher niedlich und sehr gut gelaunt" aus, meinte Hejnova.

Die "Bibel des Teufels" soll Anfang 2007 im Prager Jesuitenkloster Clementinum zusammen mit anderen mittelalterlichen Schätzen ausgestellt werden. (APA)

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