Brutale Kärntner Regionalliga

18. November 2005, 20:40
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FP-Chef Strache begab sich auf feindliches Terrain nach Klagenfurt

Klagenfurt – Blau gegen Orange in Kärnten, das ist (in Anlehnung an Helmut Qualtinger) brutal. Die Mobilisierung in beiden verfeindeten freiheitlichen Lagern ist bereits voll angelaufen.

Dienstagabend gaben nun die Blauen im Klagenfurter Konzerthaus ein überraschend kräftiges Lebenszeichen von sich. Mehr als 500 begeisterte FPÖ-Sympathisanten drängten sich in den Saal, um Volksanwalt Ewald Stadler und FP-Chef Heinz-Christian Strache zu hören, die beide (Letzterer stimmlich wieder etwas indisponiert) kein Requisit aus der Mottenkiste rechter Rhetorik ausließen und gegen Asylanten, EU, Türkeibeitritt – und natürlich den "Verräter" Jörg Haider, der als "männliche Heide Schmidt" tituliert wurde, zu Felde zogen.

Szenenwechsel – Orange Tristesse: In Ruden findet eine orange Versammlung statt. Der Kärntner Landeshauptmann ist mit einem Großaufgebot an Funktionären aufgefahren. Ganze 16 Zuhörer zählt man insgesamt. Haider will erst gar nicht aus dem Auto aussteigen. Große Bühne für die Orangen gibt es offenbar nur noch bei Landes- und Parteiveranstaltungen, wenn BZÖ-Funktionäre kärnten- und österreichweit herangekarrt werden, wie zuletzt bei Haiders Kärnten-Erklärung.

"Das BZÖ ist eine reine Funktionärspartei, die freiheitliche Basis ist bei uns", ätzt Jörg Haiders einstige politische "Ziehmutter" Kriemhild Trattnig. Kein Wunder, dass man im BZÖ zunehmend nervös wird, auch wenn sich alle gegenseitig versichern, eine bessere Wahlkampfmaschine als Haider gäbe es nicht. So wird auch versucht, FPÖler, die nicht bereit waren, Haiders orange Kehrtwendung mitzumachen, "umzudrehen".

Wie etwa Willi Überfellner, einen engen Weggefährten Haiders. "Unsere Leute lassen sich nicht kaufen", sagt FPÖ-Generalsekretär Karl-Heinz Klement. Auch wenn die Kärntner Blauen wissen, dass ihnen Haiders Orange eine gewaltige Materialschlacht entgegensetzen werden – sie wollen 2006 verlorenes Kärntner Terrain zurückgewinnen – "Ort für Ort und Mensch für Mensch". (Elisabeth Steiner/DER STANDARD, Printausgabe, 17.11.2005)

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