Neue Sportförderung einstimmig beschlossen

16. November 2005, 15:27
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Unterstützung für Rad-WM und Olympia-Projekt Salzburg - 18 Millionen Euro zusätzliche Mittel

Wien - Die Sportförderung in Österreich wird neu gestaltet. Eine entsprechende Gesetzesänderung hat der Nationalrat Mittwoch Mittag einstimmig beschlossen. Die Sport-Dachverbände (ASKÖ, Union, ASVÖ), der ÖFB (Fußballbund) und das ÖOC (Olympisches Komitee) erhalten auf Kosten der Sport-Fachverbände künftig mehr Geld aus dem Titel der Besonderen Sportförderung. Zudem können Mittel aus diesem Topf in Hinkunft auch für die Finanzierung bundesweiter Bewegungsinitiativen des Sport-Staatssekretariats sowie für die Förderung alpiner Vereine verwendet werden.

Für die ÖVP lobte Sportsprecher Peter Haubner, dass im kommenden Jahr sechs Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stünden. Zusätzlich sei man weg von der Gießkanne gekommen. SP-Sportsprecherin Beate Schasching sprach von einem "guten Tag für den österreichischen Sport", lobte das Gesprächsklima bei den Verhandlungen und tadelte nur, dass in den Schulen zu wenig auf diesem Gebiet übernommen werde. Da war sie mit dem orangen Abgeordneten Markus Fauland einig. Die Förderung der Vereine könne normale schulische sportliche Aktivitäten nicht ersetzen. Seitens der Grünen merkte die Abgeordnete Ulrike Lunacek positiv an, dass durch das neue Gesetz auch Trainer besser bezahlt werden könnten.

Sportsstaatssekretär Karl Schweitzer (B) sieht das Gesetz als Folge einer Evaluierung nach den Olympischen Sommerspielen von Athen (2004). Es gehe hier um eine Professionalisierung der Verbände und um eine verbesserte Nachwuchsarbeit. Zudem erwartet er sich bei den Förderungen eine Qualitätssteigerung, da nur noch ein Sockelbetrag fix vergeben werde und der Rest einzig für konkrete Projekte ausgeschüttet werde. Mehr Engagement hofft sich der Staatssekretär in Sachen Breitensport mit dem Ziel einer entsprechenden Gesundheitsförderung.

Weitere sportliche Nationalratsbeschlüsse vom Mittwoch betrafen das Bundesland Salzburg. Einstimmig wurde von allen vier Fraktionen der Rad-WM im kommenden Jahr die Unterstützung zugesagt. Beim Olympia-Projekt 2014 wollten nur die Grünen nicht mitziehen. Sie sehen keine ausreichende Unterstützung in der Salzburger Bevölkerung für die Durchführung der Spiele. Staatssekretär Schweitzer verteidigte die Bewerbung hingegen und pochte vor allem darauf, dass bei einem Zuschlag positive Auswirkungen auf den Tourismus zu erwarten seien.

Für 2006 stehen für die Sportförderung neben der Basisförderung von 36,3 Millionen Euro rund 18 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln zur Verfügung. Diese werden zu 55 Prozent an die Fachverbände verteilt, 22 Prozent gehen an die Dachverbände, 14 Prozent an den Fußball-Bund (ÖFB) und neun Prozent fließen in die Breiten- und Gesundheitssport-Initiative "Fit für Österreich". Die Verteilung der Basisförderung sieht wie bisher 42 Prozent für die Dachverbände, 38 Prozent für den ÖFB, 16 Prozent für die Fachverbände und vier Prozent für das Olympische Comitee (ÖOC) vor. (APA)

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